02.06. – Naziaufmärsche in Zweibrücken und Homburg

Die Nazis der Kameradschaft Zweibrücken planen am kommenden Freitag Samstag, den 2. Juni, sowohl in Zweibrücken als auch in Homburg (Saar) Aufmärsche durchzuführen. Es ist nur der Startpunkt (10.30 Uhr, HBF) der Nazis in Zweibrücken bekannt. Zumindest in Homburg wird es allerdings erfreulicherweise auch eine Gegenkundgebung geben. Diese findet ab 10 Uhr an der Hohenburgschule (Schulstr. 20) statt. Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf zur Gegenkundgebung:

Ein Zeichen setzen

Das im März auf Einladung des Nationalen Widerstands Zweibrücken fast 70 Faschistinnen und Faschisten an einen „Trauermarsch“ durch die Innenstadt teilnehmen konnten, hat uns gestört.
Wenn die neuen Nazis vorgeben um die toten Deutschen zu trauern, verkennen sie, dass es ihre Ideologie war, die diese Toten – und noch viele weitere – verursacht hat. Sie stehen in der Tradition der Mörder. Das ist durch nichts zu entschuldigen.
Es ist erschreckend, dass die extreme Rechte in Zweibrücken ihre Ideologie verbreiten konnte, ohne Widerspruch zu ernten. In Homburg darf dies nicht geschehen.

Wir ziehen die Lehre aus der Schreckensherrschaft der Nazis die Weltweit 70 Millionen Tote zu verantworten hat. Wir ziehen auch die Lehre aus den bis zu 182 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990.

Diese Ideologie darf niemals unwidersprochen bleiben. Darum wollen wir uns versammeln.

Rechtes Gedankengut gibt es nicht nur irgendwo anders: Auch in Homburg rechnen sich die Rechten ihre Chancen aus.

Breites Bündnis

Wir laden alle Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen ein, mit uns ein Zeichen gegen rechte Ideologien und gegen rechte Gewalt zu setzen.
Wir wollen bunt und friedlich gegen die Leugnung der nationalsozialistischen Verbrechen, gegen Nationalismus und menschenfeindliche Einstellungen demonstrieren.

Am 14.03 den „Trauermarsch“ in Zweibrücken verhindern!

Am Samstag, dem 14. März 2009 hat der Nationale Widerstand Zweibrücken einen „Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer des alliierten Bombenterrors in Zweibrücken“ angemeldet.

Hintergrund ist der Beschuss Zweibrückens im 2. Weltkrieg durch die Royal Canadian Airforce am 14. März 1945. Dabei wurde die Stadt zu mehr als 80% zerstört. Diese Zerstörung wurde zum „Trauma“ der Stadtgeschichte – wobei die Ursachen und Vorläufe bis zur Bombardierung wohlweislich ausgeblendet werden.

Ziel der Bombardierung war es (wie in so vielen Städten zum Ende des Krieges hin) den letzten Widerstand Nazideutschlands zu brechen und die Welt endgültig vom Nationalsozialismus zu befreien. Bis in die letzten Stunden hinein kämpften – auch in Zweibrücken – die Nazis fanatisch in ihrem „Volkskollektiv“ weiter. Menschen, welche die weiße Flagge hissten, wurden nur zu oft von einem aufgebrachten Mob gelyncht (genauso wie alliierte Soldaten, welche in die Hände der Deutschen fielen). Nur die militärische Zerschlagung Nazideutschlands konnte die Barbarei und die darin kulminierende Vernichtung der Juden/Jüdinnen stoppen.

Wie alle Jahre wieder wird dies von der extremen Rechten zum Anlass genommen revisionistische und antisemitische Hetze zu verbreiten. Dabei wird immer wieder versucht die Deutschen als die eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges darzustellen, wobei die Taten der Nationalsozialisten ein ums andere mal verharmlost und geleugnet werden.
Für die eigentlichen Opfer, alle diejenigen die im Nationalsozialismus verfolgt und vernichtet wurden ist dies natürlich ein Schlag ins Gesicht. Dies gilt es zu verhindern!

In den letzten Jahren konnten Neonazis in Zweibrücken ohne jeden Widerstand diesen sogenannten „Trauermarsch“ durchführen. Das soll sich 2009 ändern. Nach der erfolgreichen Mobilisierung von AntifaschistInnen nach Dresden und Magdeburg wegen gleichen Anlässen muss dieses Jahr sich auch in der Pfälzer Provinz etwas ändern. Denn nur durch einen aktiven Widerstand gegen den Naziaufmarsch – welcher aber auch eine Kritik an der generellen Regression des deutschen Geschichtsverständnisses auch in der bürgerlichen Mitte beinhalten muss – kann antifaschistische Theorie in praktische Intervention verwandelt werden.

Diverse bürgerliche Gruppen haben zu direkten Protesten am Rande des Naziaufmarsches aufgerufen. Dem wollen wir uns anschließen, ohne uns durch die bürgerlichen Gruppen vereinnahmen zu lassen. Denn wir kämpfen nicht für ein „sauberes Images“ der Stadt Zweibücken, sondern gegen den Nazismus an sich – egal ob er aus der Mitte oder von den Rändern der Gesellschaft entspringt.

Wir rufen daher alle AntifaschistInnen dazu auf den Naziaufmarsch in Zweibrücken zu verhindern!
Lasst uns den Tag gemeinsam für die Nazis zu einem Desaster machen!

Treffpunkt für den antifaschistischen Prostest ist um 9 Uhr am Hallplatz in Zweibrücken

No Tears for Krauts!

http://notearsforkrauts.blogsport.de/

Flyer für den 14.03 in Zweibrücken (Vorderseite)

Flyer für den 14.03 in Zweibrücken (Vorderseite)

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Flyer für den 14.03 in Zweibrücken (Rückseite)