22.01. – Vortrag „‚Rechte Burschen‘ – Ein Überblick über Burschenschaften und andere Studentenverbindungen“

rechte_burschenAm 22. Januar 2014 veranstaltet das AStA-Referat für Antirassismus und -faschismus den Vortrag „‚Rechte Burschen‘ – Ein Überblick über Burschenschaften und andere Studentenverbindungen“. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Multikulturellen Zentrum Trier (Balduinstr. 6).

Seit eh und je sind sie an den deutschen Hochschulen fest etabliert: die Studentenverbindungen, berühmt-berüchtigt vor allem für ihre Seilschaften, ihre Männerbündeleien und ihr altertümliches Gehabe inklusive merkwürdiger Trink- und Feierriten. Trotz aller Unterschiede – längst nicht alle Studentenverbindungen fechten etwa Mensuren – weisen sie zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, die von strukturkonservativen Einstellungen bis zu teils krassem Elitedünkel reichen. Immer wieder finden sich unter den Studentenverbindungen auch Rechtsaußen-Kräfte – nicht nur, aber vor allem in dem Dachverband “Deutsche Burschenschaft”, zu dessen Mitgliedern NPD-Funktionäre und andere Aktivisten extrem rechter Organisationen zählen. Auch in Trier und in anderen Städten in Rheinland-Pfalz sind Studentenverbindungen aktiv. Der Vortrag informiert über ihre Strukturen, über ihre Gemeinsamkeiten und ihre Differenzen.

21.01. – Vortrag „Einführung in die Kritische Psychologie“

einfuehrung_kpAm 21. Januar 2014 veranstaltet die Initiative Kritische Psychologie Trier in Kooperation mit dem Fachschaftsrat Psychologie sowie dem AStA der Universität Trier einen Vortrag mit dem Titel „Einführung in die Kritische Psychologie“ mit Morus Markard. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Raum B21 der Universität Trier.

Wie kann Psychologie ohne Experiment und standardisierte Fragebögen wissenschaftlich und emanzipatorisch gestaltet werden? Kritische Psychologie gibt darauf eine Antwort. Sie entstand im Zuge der Kritik der Studierendenbewegung der 60er Jahre, als Infragestellung der Psycholgie als Kontroll- und Herrschaftswissenschaft. In diesem Vortrag wird Kritik an der Mainstream-Psychologie geübt und das Besondere der Kritischen Psychologie als (marxistisch fundierte) Subjektwissenschaft aufgezeigt.

Morus Markard ist Professor für Subjektforschung und Kritische Psychologie an der Freien Unvisersität Berlin.

SDS Trier stellt Plan für das Sommersemester vor

Der SDS.dielinke Trier hat seinen Plan für das kommende Sommersemester 2011 vorgestellt. Die studentische Gruppe möchte sich Schwerpunktmäßig vier Themenkomplexen widmen:

  1. Arabische Revolution und Revolutionstheorie
  2. Rätedemokratie und Kommunismus
  3. Feminismus
  4. Armut im Kapitalismus

Zu diesen Themen soll es u.a. Vortragsveranstaltungen und Filmabende geben.

Der SDS trifft sich jeden Montag um 18 Uhr im Raum A7 der Universität Trier. Am 18.04. findet zudem zur selben Zeit und am selben Ort ein offenes Treffen statt, dass Interessierten einen Einblick in die Arbeit der Gruppe ermöglichen soll.

Veranstaltungsreihe „Kritik. Bildung. Erneuerung“ in Saarbrücken

Die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Yvonne Ploetz und die Peter-Imandt-Gesellschaft – der saarländischer Ableger der Rosa-Luxemburg-Stiftung – organisieren zwischen Juli und November eine Veranstaltungsreihe zur bundesdeutschen Hochschulpolitik bei der diese „einer kritischen Bilanzierung unterzogen und echte Alternativen erörtert und auf ihre Tragfähigkeit hin abgeklopft werden“ sollen. Folgende Veranstaltungen finden in den Räumen Peter-Imandt-Gesellschaft in Saarbrücken (Futterstraße 17-19) ab 18 Uhr statt:

  1. 14. Juli 2010: Wider die restlose Zerstörung der Universität. Ein Aufruf zu ihrer Neu- und Wiederbelebung.
    Nachdem in den 1970er Jahren das die Hochschulreform tragende Bündnis von Demokratisieren und Modernisieren zerbrach und letztere sich gegen erstere mit Konservativen verbündeten, wurde ein nachhaltiger Wandlungsprozess von Universität, Wissenschaft und Studium eingeleitet, der im Bolognaprozess inzwischen einen neuen Gipfelpunkt erreicht hat. Das humanistische Universitätskonzept und darüber hinaus die europäische Universitätsidee insgesamt wurde im Zuge der Reformen preisgegeben. Die Hochschule als technokratisch normierte Lernfabrik steht als implizites Leitbild der Reformen und als traurige universitäre Wirklichkeit einer humanen Bildungsidee entgegen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stellt sich die Frage, ob und wie die Idee der Universität unter veränderten Bedingungen widerbelebt und neu gedacht werden kann und welche konkreten Schritte zu ihrer Verwirklichung eingeleitet werden können.

    Referent:
    Prof. Dr. Wolf Dieter Narr, Politikwissenschaftler, Emeritus der Freien Universität Berlin und Menschenrechtsaktivist
  2. 4. August 2010: Zur Erneuerung einer gesellschaftkritischen Wissenschaft in und außerhalb der Universitäten.
    Was uns auch immer die Vertreter eines immer noch dominierenden Neoliberalismus glauben machen wollen, Anlässe für Gesellschaftskritik gibt es zuhauf. Phänomene sozialer Ausgrenzung, eine verfestigte Massen- und Dauerarbeitslosigkeit, autoritärstaatliche Tendenzen und ökologischer Verwerfungen sind genauso zu nennen, wie Geschlechterdiskriminierungen, ein virulenter Rassismus und Antisemitismus oder auch die Abkopplung  ganzer Weltregionen aus dem Weltmarkt. Sowenig ein Mangel an Anlässen für kritische Interventionen besteht, so prekär sind gegenwärtig die Bedingungen für ihre Artikulation, gerade auch an den Universitäten. Es gibt mittlerweile ganze sozialwissenschaftliche Fachbereiche und Institute, in denen eine neoliberal geprägte Wissenschaft ganz ohne Gegenpositionen waltet. In der Veranstaltung wollen wir uns dieser Problematik unter einem besonderen Blickwinkel zuwenden. Wir wollen die Frage stellen, welchen Beitrag eine kritische Gesellschaftstheorie im Anschluss an Marx heute noch leisten kann. Wie muss diese reformuliert und aktualisiert werden, um unter veränderten Bedingungen ihre kritische Relevanz in der Öffentlichkeit und an den Universitäten zurückzuerlangen?

    Referent: Stefan Kalmring, Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestagsbüro Yvonne Ploetz

  3. 22. September 2010: Die unternehmerische Hochschule und der Bildungsstreik.
    Spätestens seit den 1970er Jahren stellt sich die Frage nach den ausschließenden Momenten der jeweiligen nationalen Bildungssysteme in Europa immer wieder neu. Mit der neoliberalen Politik kam die unternehmerische Hochschule. Die europäische Bildungs- und Hochschulpolitik brachte PISA-Studie und Bologna-Reform. Welche emanzipatorischen Positionen und Bewegungen in Bezug auf Bildung und ihre Institutionen lassen sich in dieser gesellschaftlichen Situation formulieren (oder nicht)? Kann man eine Wechselwirkung zwischen den konkreten Organisationsweisen studentischen Protests und deren Erfolg bzw. Misserfolg ausmachen?

    Referent: Dr. Thomas Sablowski, stellvertretender Professor für Politikwissenschaft an der Johann- Wolfgang- Goethe Universität in Frankfurt am Main, Redakteur der Zeitschrift Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

  4. Veranstaltung 4: 20. Oktober 2010: Studiengehalt als Alternative. Modelle der Studienfinanzierung.
    Während der letzten Bildungsstreikwelle kam es in unterschiedlichen Zusammenhängen wiederholt die Forderung nach einem Studienhonorar zur Sprache. Neben Linksjugend[’solid] und linke.sds hat sich inzwischen auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) diese Forderung zu eigen gemacht. Allerdings sind im Punkto Studienhonorar noch viele Fragen nicht beantwortet. Die Veranstaltung gibt einen kurzen thematischen Überblick über die derzeitige Situation der Studienfinanzierung in Deutschland und versucht im Anschluss hieran die Idee des Studienhonorars vorzustellen ohne jedoch die offenen Fragen und Probleme der Finanzierung zu verschweigen.

    Referent: Konstantin Bender, Bildungspolitischer Sprecher von Linksjugend[’solid]

  5. 18. November 2010: Bologna burns – Zur Kritik der Vermarktwirtschaftlichung und Verschulung der Universitäten.
    Der Bologna-Prozess krempelt die Hochschulen so radikal um wie keine Reform seit der Bildungsexpansion der 1960er und 70er Jahre. Und er läuft sehr schlecht – zumindest für Studierende und Lehrende. Die Umstellung auf neue Studiengänge, die Auswirkungen von Studiengebühren und ein unterfinanziertes Bildungssystem waren zentrale Themen des letzten Bildungsstreiks. Die Protestierenden konnten die öffentliche Aufmerksamkeit für sich gewinnen und konnten Bildungsministerin Schavan unter Zugzwang setzen. Wir wollen mit Nicole Gohlke, hochschulpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE über den Bologna-Prozess diskutieren.

    Referentin: Nicole Gohlke, MdB, Hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

Bildungsstreik! – Nächste Woche!

Der Hinweis mag zwar etwas spät kommen, aber besser jetzt als nie: In der kommenden Woche finden auch in Trier eine Menge Veranstaltungen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks statt. So gibt es unter anderem ein Campus-Camp, ein Konzert, eine Demo, eine Party, einen Haufen Vorträge usw. usf. Jedenfalls zu viel um es hier alles aufzuzählen, deshalb verweisen wir einfach auf das exellente Blog des AK Protests.

Über das Elend im Studentenmilieu

„Mehr als 600 Studierende trugen am Donnerstagabend ihren Protest von der Tarforster Höhe ins Trierer Tal: In einem Trauerzug zogen sie vom Viehmarkt über den Hauptmarkt zur Porta Nigra und wieder zurück zum Kornmarkt: Viele hielten flackernde Grablichter in ihren Händen, manche hatten ihr Gesicht weiß gefärbt. Im Hintergrund läutete das Totenglöckchen. An der Spitze der Demonstration schritt ein Student im dunklen Gewand, in den Händen einen Kranz mit schwarzer Schleife. Gleich darauf folgte eine Sarg-Attrappe samt Trägern. Auf dem Kornmarkt fand die Bildung, oder zumindest das, was nach Ansicht der Demonstranten noch von ihr übrig ist, ihre letzte Ruhe..“ (Winter 2008, Bericht auf 16vor.de)

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„Da für ihn noch einige Krümel vom Prestige der Universität abfallen, freut sich der Student immer noch, Student zu sein. Zu spät. Der mechanisierte und spezialisierte Unterricht, den er empfängt, ist ebenso heruntergekommen (im Verhältnis zum früheren Niveau bürgerlicher Allgemeinbildung) wie sein eigenes intellektuelles Niveau im Augenblick seines Studienantritts, aus der einzigen Tatsache heraus, daß das alles beherrschende ökonomische System die Massenhestellung ungebildeter und zum Denken unfähiger Studenten verlangt. Der Student ignoriert, daß die Universität zu einer – institutionalisierten – Organisation des Unwissens geworden ist, daß die „hohe Kultur“ selbst sich im selben Tempo wie die Serienproduktion von Professoren auflöst, daß alle Professoren Kretins sind, von denen die meisten sich vor jedweder Gymnasialklasse blamieren würden. Er hört seine Lehrer auch weiterhin mit Respekt, mit dem bewußten Willen, jeden kritischen Geist aufzugeben, um sich besser mit den anderen in der mystischen Illusion einig zu fühlen, „Student“ geworden zu sein, jemand, der sich ernsthaft damit beschäftigt, sich ein ernsthaftes Wesen in der Hoffnung anzueignen, man werde ihm auch die letzten Wahrheiten anvertrauen. Das sind die Wechseljahre des Geistes. Alles, was sich heute in den Amphitheatern der Schulen und Fakultäten abspielt, wird in der zukünftigen revolutionären Gesellschaft als gesellschaftlich schädlicher Lärm verurteilt. Schon jetzt bringt der Student alle zum Lachen“ (1966, Situationistische Internationale)

„Befreit die Saar, Genossen!“

So lautet leider keine aktuelle politische Forderung, sondern es ist fiel mehr der Titel zu einem Vortrag von Luitwin Bies über den antifaschistischen Widerstand im Saarland, den das Referat für Antirassismus und Antifaschismus am Dienstag (22.04.) aber 18 Uhr im Raum B14 der Uni Trier veranstalten wird.

Zur Saarabstimmung am 13. Januar 1935 dichtete Bertolt Brecht noch „Haltet die Saar, Genossen!“. Die Hoffnung war groß, das Blatt noch wenden zu können, doch schon am 1. März erfolgte der Anschluss des Saarlandes an das faschistische Deutschland.

Dennoch regte sich Widerstand im Anschluss an den Abstimmungskampf, nun aber unter dem Vorzeichen „Befreit die Saar, Genossen!“, um für Freiheit und Frieden zu kämpfen – gegen den Faschismus und seine Verbrechen.

Luitwin Bies zeigt in dem Vortrag an Beispielen die Arbeit der Widerstandsgruppen in der Grenzregion auf, rekonstruiert an Gerichts- und Polizeiakten, aus privaten Quellen und aus der Literatur das Schicksal einzelner Personen und das der Gemeinschaften, denen sie angehörten. Es ist – wie an vielen anderen Orten auch – ein Bericht über Verfolgte und ihre Verfolger, über Mut und Feigheit, über Solidarität und Verrat.