24. April – „Viva o 25 de Abril! 40 Jahre Nelkenrevolution in Portugal“

Am 24. April 2014 veranstaltet die SDAJ Trier eine Feier anlässlich des 40. Jahrestages der Nelkenrevolution in Portugal. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Infoladen Trier (Hommerstr. 14, Trier-Süd):

40 Jahre Nelkenrevolution in Portugal – ein Grund zum Feiern!

Wir laden ein zu einem Vortrag über die Revoltuion, die Portugal vom Faschismus befreite und zur anschließenden Feier.

Text zum Thema von Regina Girod:

Das Alte stürzt
Vor 40 Jahren siegte in Portugal die Nelkenrevolution

Am 25. April 1974 verlas um 0.30 Uhr der Sprecher eines katholischen Rundfunksenders in Portugal die erste Strophe des von der Diktatur verbotenen Liedes Grândola, Vila Morena, danach erklang das Lied selbst, gesungen von dem antifaschistischen Protestsänger José Zeca Afonso. Das war das Signal für den Aufstand der militärischen Einheiten, die sich zur »Bewegung der Streitkräfte ( MFA)« bekannten.

Knapp 18 Stunden später hatten sie das Salazar-Caetano-Regime, die älteste Diktatur Westeuropas, gestürzt. Die MFA bestand vornehmlich aus jungen Offizieren der unteren Ränge. Seit Beginn der Kolonialkriege in den afrikanischen Provinzen waren auch einfache Soldaten aus dem Volk zu Offizieren ausgebildet worden. Diese Männer waren es, die den diensthabenden Kommandanten festsetzten und über die Autobahn nach Lissabon fuhren, um Ministerien, Rundfunk- und Fernsehsender sowie den Flughafen zu besetzen. Die Mehrheit der angerückten Regierungstruppen lief zu den Aufständischen über.

Tausende Lissaboner säumten den Weg der Aufständischen, jubelten den Befreiern zu, liefen neben den Armeefahrzeugen her, sprangen auf. Die ersten roten Nelken leuchteten an den Uniformen der Soldaten und aus ihren Gewehrläufen. Die rote Nelke, das Symbol der sozialistischen Arbeiterbewegung, deren Ideen die portugiesische Revolution maßgeblich prägten, gab der Revolution ihren Namen.

In der Nacht zum 27. April wurden die politischen Gefangenen aus dem Kerkern der Geheimpolizei PIDE befreit. Ihre Verwandten und Freunde empfingen sie auf der Straße. Jahrelang waren sie dort ohne Gerichtsverfahren eingesperrt und Folter, Isolationshaft und Demütigungen ausgesetzt gewesen.

Noch vor dem 1. Mai kehrten viele Verbannte und politisch Verfolgte aus dem Exil zurück. Alvaro Cunhal, Vorsitzender der Kommunistischen Partei (PCP) hatte 13 Jahre in den Kerkern der Geheimpolizei verbracht, bis ihm 1960 die Flucht gelang. Seitdem hatte er in Moskau und Prag gelebt. Auch Mário Soares (Sozialistische Partei) kam aus Paris zurück. Ein machtvoller und widersprüchlicher Prozess der Umwandlung begann. Er fand seinen Ausdruck in der 1976 angenommenen neuen Verfassung Portugals.

Als die Nelkenrevolution 1974 siegte, war ich 19 Jahre alt. Wir standen damals alle unter dem Eindruck des faschistischen Militärputsches in Chile und hatten uns nicht vorstellen können, dass auch das Gegenteil- eine antifaschistische Militärrevolte (noch dazu in einem Nato-Land)-überhaupt möglich sei. Mit Begeisterung verfolgten wir die Nachrichten aus Portugal. Später haben viele von uns Portugiesisch gelernt, denn die DDR unterstützte mit Spezialisten den Aufbau in Angola und Mozambique, die durch den mehr als zehnjährigen Kolonialkrieg völlig zerrüttet waren.

Auch wenn die Errungenschaften der Nelkenrevolution in den darauffolgenden Jahren nach und nach revidiert wurden, nimmt sie für mich und viele meiner Generationsgefährten bis heute einen besonderen Platz in der Geschichte ein. Wir gratulieren den Antifaschistinnen und Antifaschisten der UNIÃO DE RESISTENTES ANTIFASCISTAS PORTUGUESE
(URAP) herzlich zum 40. Jahrestag ihres Sieges.

http://antifa.vvn-bda.de/2014/03/18/das-alte-sturzt/

02.05. – Vortrag „Kapitalismuskritik aus der Fälscherwerkstatt – Zur Funktion faschistischer Demagogie“

Am 2. Mai 2013 lädt die SDAJ Trier in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung zu einer Veranstaltung mit dem Titel  „Kapitalismuskritik aus der Fälscherwerkstatt – Zur Funktion faschistischer Demagogie“ ein. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Konferenzraum des Mehrgenerationenhauses (Balduinstr. 6, Trier). Referieren wird Jürgen Lloyd – Redakteur der Marxistischen Blätter, spezialisiert auf Reinhard Opitz und Marxistische Faschismusanalyse.

Für den 04. Mai plant die NPD Trier anlässlich des 195. Geburtstages von Karl Marx einen „Antikapitalismuskongress“ unter dem Motto „Krisen-Kapitalismus abwickeln“.  Jedes Jahr rufen Neofaschisten zu Kundgebungen am 1.Mai auf, den sie zum „Tag der nationalen Arbeit“ erklären. Wiederum die NPD möchte dieses Jahr in Frankfurt mit „allen aufrechten Deutschen (…) ein machtvolles Zeichen gegen Euro und Großkapital“ setzen.

Was steckt hinter dem rechten Antikapitalismus? Ist die NPD eine antikapitalistische Kraft?

Ausgehend von einer geschichtlich-empirischen Analyse faschistischer und neofaschistischer Kapitalismuskritik soll die Veranstaltung, die am 80. Jahrestages der Zerschlagung der Gewerkschaften durch das Nazi-Regime stattfindet, über eine Oberflächenbeschreibung von Phänomenen und Symptomen eines „Antikapitalismus von rechts“ hinausgehen. Der Vortrag hat zum Ziel faschistische Strategien zu entlarven, sie in den gesamtgesellschaftlichen Kontext zu setzen und dementsprechend zu bewerten. So soll der Blick auf die Funktionen freigegeben werden, die neofaschistische Organisationen mit ihrer Demagogie, ihren Handlungen und Verbrechen für die bürgerliche Klassengesellschaft und ihren Staat erfüllen.

Sampler „Bundeswehr raus aus den Schulen“ zum download

Mit einem 15 Lieder starken Sampler, auf dem KünstlerInnen wie Irie Révoltés, Los Fastidios, ZSK und viele weitere vertreten sind, möchten die SDAJ und Linksjugend [’solid] kritisch auf die sich ausbreitenden Werbemaßnahmen der Bundeswehr an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen aufmerksam machen.

Bundeswehr raus aus den Schulen

Der Sampler kann nicht nur zum Verteilen bestellt werden, sondern auch auf kostenlos heruntergeladen werden:

  1. Holger_Burner_feat._Master_Al_-_Bundeswehr_raus.mp3
  2. Chefket_-_Made_in_Germany.mp3
  3. ZSK_-_Und_genau_da_gehen_unsere_Wege_auseinander.mp3
  4. Irie Revoltes_-_Soldats.mp3
  5. Albino_-_Verlorener_Horizont.mp3
  6. Los_Fastidios_-_La_Nostra_Internationale.mp3
  7. Albino_feat._Holger_Burner_-_Deshalb.mp3
  8. Kurzer_Prozess_-_Krieg.mp3
  9. Kaveh_and_Friends_-_Haende_weg_vom_Iran.mp3
  10. Stage_Bottles_-_Green_Fields_Of_London.mp3
  11. Rubberslime_-_Soldatenlied.mp3
  12. Bejerano_feat_Microphone_Mafia_-_Deserteur.mp3
  13. Lukas_Sherfey_-_Spend_My_Days.mp3
  14. La_Resistance_-__I_Who_Have_Nothing.mp3
  15. Master_Al_feat_Momo_-_Der_Protest_ist_international.mp3

24.0.1 – „Das Zusammenwirken der Geheimdienste und militanten Neonazis“ @ Trier

Das braune Netz - BuchcoverAm gleichen Tag wie die NPD-Kundgebung, also am 24. Januar 2013, findet auch eine ungleich interessantere Veranstaltung der SDAJ Trier statt. Unter dem Titel „Das Zusammenwirken der Geheimdienste und militanten Neonazis. Das braune Netz des ‚Nationalsozialistischen Untergrunds'“ trägt ab 20 Uhr Markus Bernhardt in der Scheinbar (Weberbachstr. 72, Trier) zur Verstrickung von deutschen Sicherheitsbehörden und Neonazis vor.

Als im November 2011 eine neofaschistische Terrorgruppe aufflog, die mehr als dreizehn Jahre lang ungehindert morden und bomben durfte, wurde ein Skandal ruchbar, der so mancher Verschwörungstheorie den Rang abläuft. Die Terroristen waren nicht etwa nur von den Strafverfolgungsbehörden nicht behelligt, sondern von den Inlandsgeheimdiensten auch noch gefördert worden. Während Regierungspolitiker den größten Geheimdienstskandal der BRD als technische Panne verharmlosen und sein wahres Ausmaß verschleiern, leuchtet Markus Bernhardt die Hintergründe des Zusammenwirkens der Geheimdienste und militanten Neonazis aus und nennt Verharmloser, Vertuscher und Förderer beim Namen. Wird dem Treiben des braunen Netzes mit seinen Fäden bis in den Staatsapparat hinein nicht energischer Widerstand entgegengesetzt, so steht zu befürchten, dass sich die zuständigen Behörden auch künftig mit Vorliebe der Kriminalisierung von Antifaschisten widmen, während die Nazis ungestört ihr blutiges Handwerk üben.

Referent: Markus Bernhardt

Markus Bernhardt ist Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN – BdA) und lebt in Berlin. Als freier Journalist und Autor arbeitet er für verschiedene Printmedien, unter anderem für die Tageszeitung junge Welt.

12.07.: Feminismus Lesekreis im Infoladen

Am 12. Juli 2012 findet ein Lesekreis zum Thema Feminismus im Infoladen statt. Der Lesekreis wird veranstaltet von der SDAJ Trier und der Autonomen Antifa Trier. Los geht es um 18 Uhr.

Wir lesen und diskutieren gemeinsam Texte des Feminismus. Du musst weder fortgeschrittenen Semesters studieren, noch einen Fremdwortschatz im dreistelligen Bereich haben, oder gar eine jahrzentelange/r Aktivist/in feministischer Politik sein, um mitzumachen. Jede und jeder ist willkommen, dem es stinkt blöd angemacht zu werden und sich fragt, warum wir uns immer noch über Sexismus ärgern müssen.

Stellungnahme der SDAJ Trier zum Offenen Brief der FDP an das Projekt X

Im Folgenden dokumentieren wir die Stellungnahme der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) Trier  zu dem offenen Brief der FDP Trier an die von Schließung bedrohte Trierer Skatehalle (Projekt X). In diesem Brief echauffiert sich die neoliberale Partei, darüber, dass auf dem Blog des Projekt X verschiedenen Gruppen für ihre Unterstützung der Skatehalle gedankt wird, unter anderem der Antifa Trier, der SDAJ Trier und auch dem Infoladen. Die FDP fordert, dass sich das Projekt X von diesen „extremistischen“ Gruppen distanzieren soll. Die SDAJ meint hierzu (und wir können das nur unterschreiben):

Jugendinteressen verteidigen – extrem gefährlich?

Die FDP sieht rot. Da hat sie gnädigerweise, im Interesse der „Einbindung Jugendlicher in sportliche Aktivität“, einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen des Stadtrates zugestimmt, der vorsieht, den Abriss der Skatehalle noch bis zum 15. November zu verschieben. Und was muss sie dann entdecken, als sie in bester Absicht den Blog des Projekt X, des Betreibers der Skatehalle, durchforstet? Da wird ganz anderen gedankt als der FDP, die sich doch so aufopferungsvoll für die Zukunft der Skatehalle eingesetzt hat. Aber nicht nur irgendwelchen anderen: den „Linksextremisten“ von der SDAJ. Unerhört! Und auf Infoabenden in der Skatehalle sollen die auch noch gewesen sein – das riecht nach Indoktrination und Gefährdung der öffentlichen Ordnung.
„Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass ein Projekt, das massiv durch die Möglichkeit zur Nutzung eines städtischen Gebäudes unterstützt wurde und das möglicherweise in Zukunft noch eine Ausweitung dieser Unterstützung anstrebt, ein Anlauf- und Rückzugsort für Extremisten ist.“, schreibt die erzürnte FDP da sofort in einem offenen Brief an das Projekt X. Eine öffentliche Distanzierung von der SDAJ und allen extremistischen Gruppierungen und Ideen wird verlangt. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich dazu zu denken, was die FDP tun wird, falls eine solche Distanzierung nicht erfolgen sollte: der Skatehalle ihre „Unterstützung“ entziehen und darauf hinarbeiten, dass es der übrige Stadtrat ebenso hält.
Für alle, die weiter denken können als die Trierer Liberalen, dürfte unsere Unterstützung der Skatehalle und des Projekt Xs keine so große Überraschung sein. Als Jugendorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, gemeinsam mit anderen Jugendlichen für die eigenen Interessen selbst aktiv zu werden, waren wir von Anfang an solidarisch mit den vom bevorstehenden Rausschmiss betroffenen Skatern. Wir haben dies in Flugblättern deutlich gemacht, die wir während unserer Beteiligung an den Kundgebungen der Skater vorm Rathaus verteilten, und in denen wir den Zusammenhang des Bebauungsplans BW74 und seiner „Aufwertungs“-maßnahmen, dem Interesse der Stadt Trier an den davon erhofften Mehreinnahmen und der drohenden Schließung der Skatehalle auf dem einzigen stadteigenen Gelände im betroffenen Gebiet deutlich machten. Wir stellten uns also ganz hinter die Losung der Skater „Jugend statt Profite“. Wir haben die Entwicklungen um die Skatehalle von Anfang an als das begriffen, was sie auch sind: ein politischer Konflikt verschiedener Interessen. Dem Interesse der Stadt Trier an der reibungslosen Umsetzung ihres Bebauungsplans und den (monetären) Effekten, die dieser zeitigen soll auf der einen, dem Interesse Jugendlicher an selbstbestimmter Freizeitgestaltung auf der anderen Seite. Uns vorzuwerfen, wir hätten mit unserem Engagement für die Skatehalle einen angeblich unpolitischen Sachverhalt überhaupt erst politisiert oder gar für unsere Ziele instrumentalisiert, soll nur von diesem Interessenkonflikt ablenken. Selbiges gilt für den Extremismus-Begriff, den die FDP als Keule einsetzt, um uns zu diffamieren, indem sie uns mit faschistischen Kräften wie der NPD gleichsetzt (und diese dadurch verharmlost), die Solidarität mit den Skatern in „gute“ und „schlechte“ Unterstützer zu spalten und einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Argumenten auszuweichen. Doch nicht zuletzt trifft die FDP damit das Projekt X, womit wir wohl auch beim eigentlichen Ziel der Attacke angelangt sind. Der SDAJ werden keine Unterstützer davonlaufen, wenn sie von der FDP des „Linksextremismus“ beschuldigt wird, den Skatern schon eher. Die FDP entlarvt hier ihre angebliche Unterstützung der Skater als bloßes Lippenbekenntnis. Wo Gewinne winken und der Stadtrat entschieden hat, da stören Leute nur, die nicht darauf vertrauen wollen, dass die Stellvertreter schon alles zum Besten regeln werden.

Inzwischen wurde der Brief auch von den lokalen Medien – 16vor und lokalo – aufgegriffen und sorgt dort für hitzige Diskussionen. Auch gibt es einen Kommentar im Grenzwertig Blog unter dem Titel „Wenn Tobi tobt…“.