Nazikundgebung im Saarbrücker Nauwieser Viertel verhindern!

Eine Information der Antifa Saar / Projekt AK:

29.07.2013 – ab 12.30 Uhr – Johannisstraße 2

Für Montag, den 29.07.2013 mobilisiert ein sog. „Freundeskreis Erich Priebke“ um den NPD  – Aktivisten Sascha Wagner zu einer Mahnwache für den NS – Kriegsverbrecher Erich Priebke anlässlich seines 100. Geburtstages vor das italienische Konsulat in Saarbrücken. Priebke wurde 1998 in Italien wegen seiner Beteiligung als SS – Führer an Erschießungen von 335 Zivilisten im März 1944 im Rahmen einer „Vergeltungsmaßnahme“ bei den Ardeatinischen Höhlen in der Nähe Roms zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Nazis fordern die Freilassung des Kriegsverbrechers und ehemaligen SS – Mitglieds.

Lasst uns gemeinsam die geplante Kundgebung der Nazis im Nauwieser Viertel verhindern!

Weitere Informationen unter www.antifa-saar.org

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16.04 – „70ter Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto“ @ Saarbrücken

Flyer16.043Vortrag und Diskussion mit Erich Später und Richard Bermann
Dienstag, 16. April 2013 -€“ 19 Uhr, N.N. 19, Nauwieser Straߟe 19, Saarbrücken

Am 19. April 1943, in der Pessachwoche, in welcher die Befreiung der Israeliten aus der Ägyptischen Gefangenschaft gefeiert wird, erhob sich die Bevölkerung des Ghettos in Warschau zum bewaffneten Kampf gegen ihre deutschen Mörder. Diese hatten das Ghetto umstellt und planten die Räumung, Deportation und Vernichtung der verbliebenen ca. 50.000 von insgesamt ca. 500.000 Juden des Warschauer Ghettos. Es gelang den Aufständigen, trotz hoffnungsloser militärischer Unterlegenheit, ihren Mördern teils wochenlang bewaffnet Widerstand zu leisten und den Deportationen Einhalt zu gebieten. Das Ghetto wurde während und nach den Kämpfen von den Deutschen dem Erdboden gleichgemacht. Der Großteil der nicht direkt bei den Kämpfen umgekommenen Bewohner_innen wurde nach der Niederschlagung des Aufstands erschossen, der Rest in die Vernichtungslager deportiert. Nur wenige konnten sich in den Ruinen verstecken, ein Teil der ܜberlebenden schloss sich Partisanengruppen an und kämpfte bis zum Kriegsende gegen die Nazis.

Erich Später:€“ Schreibt für die Zeitschrift konkret über die „Vertriebenenverbände“€œ und den Zweiten Weltkrieg. Er ist Autor der Bücher –Kein Frieden mit Tschechien. Die Sudetendeutschen und ihre Landsmannschaft“ sowie „Villa Waigner. Hanns Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungselite in Prag 1939-€“1945″€œ.

Richard Bermann: Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar.

Eine Veranstaltung der Antifa Saar / Projekt AK und der Heinrich Böll Stiftung Saar

13.04. – Busfahrt nach München zur Demo zum NSU-Prozessauftakt

Am 13. April 2013 findet in München die Demonstration „Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus“ anlässlich des NSU-Prozessauftakts statt. Zu dieser Demo fährt von Saarbrücken aus ein Bus der Antifa Saar. Karten kosten läppische 20,- Euro.

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Aufgrund der langen Anfahrtszeit und der damit verbundenen frühen Abfahrt des Buses in Saarbrücken, wird zudem eine gemeinsame Fahrt nach und Übernachtung in Saarbrücken organisiert. Interessierte Personen schreiben einfach eine eMail an trier@infoladen.de oder afa.trier@no-log.org.

06.03. – Vortrag „Antisemitismus und Israelfeindschaft in islamischen Communities“ @ Trier

Die Aktion 3. Welt Saar veranstaltet Anfang März einen Vortrag mit dem Titel „Antisemitismus und Israelfeindschaft in islamischen Communities“ in Saarbrücken und Trier.

Unter in Deutschland lebenden Muslimen ist Antisemitismus weit verbreitet. Laut der Studie „Muslime in Deutschland“ aus dem Jahr 2007 beispielsweise stimmen judenfeindlichen Aussagen deutlich mehr muslimische Schüler zu als nichtmuslimische. Unter muslimischen Jugendlichen wird „Jude“ häufig als Schimpfwort gebraucht.

Giyasettin Sayan (M.d.A. a.D.) stellt die Situation in Deutschland dar. Seinen Fokus richtet er auf türkisch- und kurdischstämmige Migranten. Er beleuchtet die Rolle von Moscheegemeinden und  islamischen Organisationen bei der Verbreitung von Judenhass insbesondere unter Jugendlichen. Dabei kritisiert er ebenfalls das Verhalten staatlicher Institutionen gegenüber der Gefahr des islamischen Antisemitismus.

Der Referent beschränkt sich nicht auf die Situation hierzulande, sondern stellt auch das große Ausmaß  von Antisemitismus in islamischen Ländern dar, wie es sich etwa in der Verbreitung von „Mein Kampf“ oder der „Protokolle der Weisen von Zion“ niederschlägt oder der Forderung des iranischen Präsidenten Ahmadinejad, Israel von der Landkarte zu tilgen. Dies schließt Betrachtungen zur Geschichte des islamischen Antisemitismus ein, der laut Sayan nicht erst aus dem Westen importiert werden musste. Auch hierbei legt er seinen Schwerpunkt auf die Türkei.

Giyasettin Sayan ist türkisch-kurdischer Herkunft. Er hat die Kurdische Gemeinde Berlin mit gegründet. Von 1995 bis 2010 war er für die Fraktion der Partei DIE LINKE Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und deren migrationspolitischer Sprecher.

Saarbrücken, Galerie im Filmhaus, Mainzer Str. 8
Dienstag 5. März 2013, 20:00 Uhr

Trier, Tuchfabrik, kleiner Saal, Wechselstraße 4
Mittwoch 6. März 2013, 20:00 Uhr

Eintritt: 3 €, Mitglieder der Veranstalterinnen frei

17.01. – Lesung „Freiwirtschaft, Schwundgeld und Rassenwahn“ @ Saarbrücken

Am 17. Januar 2013 wird Peter Bierl sein Buch „Freiwirtschaft, Schwundgeld und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts – Der Fall Silvio Gesell“ in Saarbrücken vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Regionalbüro der Peter Imandt Gesellschaft / Rosa Luxemburg Stiftung (Futterstr. 17-19, 66111 Saarbrücken).

Das gleichnamige Buch von Peter Bierl kommt zu einem Zeitpunkt, wo auch unter Linken, Globalisierungskritikern und Kapitalismusgegnern die Vorstellungen des Freiwirtschaftstheoretikers Silvio Gesell (1862–1930) auf großes Interesse stoßen. Wenn auch Gesell selber dem allgegenwärtigen Antisemitismus seiner Zeit weitgehend abhold war, bieten seine über weite Strecken rassistische Lehre, seine um die Produktionssphäre verkürzte Kapitalismuskritik, seine horriblen Visionen von einem neuen Manchesterkapitalismus, sein Sozialdarwinismus und seine Frauenfeindlichkeit noch heute vielen Verschwörungstheoretikern, rechten und antisemitischen Gegnern eines anonymen »Finanzkapitalismus«, aber eben auch wohlmeinenden und naiven Kritikern von »Geld und Zins« eine ideologische Heimstatt.

Bis heute fehlte eine kritische Gesamtdarstellung der Gesellianer bzw. der Freiwirtschaftsbewegung, ihrer Theorie und Entwicklung, ihrer Vorläufer und ihres aktuellen Einflusses in Deutschland. Sie endlich zu liefern ist das  Anliegen dieses Buches, das sich an politisch und historisch Interessierte und Aktivisten in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, antifaschistischen und globalisierungskritischen Gruppen wendet.

Der Autor Peter Bierl ist ein Journalist aus Süddeutschland, der vor allem mit seinem Standardwerk Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik Aufmerksamkeit erregt hat. Sein Hauptinteresse gilt den verschiedenen Formen von Aberglauben, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug auch im linken Diskurs. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Silvio Gesell und stellt in Saarbrücken die Summe seiner Erkenntnisse vor.

03.09. – „Revolte und Flucht: der „Arabische Frühling“ und die Festung Europa“ @ Saarbrücken

Vortrag und Diskussion mit Judith Gleitze
Montag, 03.09.2012
19.00 Uhr
DAJC, Johannisstraße 13, Saarbrücken

Frühjahr 2011: In Tunesien, Algerien und Ägypten, später auch in Libyen bricht der so genannte Arabische Frühling los. Aufstände, Regierungsstürze, nicht zuletzt auch Fluchtbewegungen erschüttern die Region. Mit einer Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung nutzen viele ihre Chance und versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Unter ihnen auch viele Flüchtlinge, die in Libyen gelebt haben oder dort inhaftiert waren. Wie in solchen Umbruchsituationen üblich, reagiert Kern-Europa mit verstärkter Abschottung der Außengrenzen: Bereits im Februar startet die FRONTEX-Mission „Hermes“ im Kanal von Sizilien, Italien schiebt verstärkt ab, mit der „Übergangsregierung“ Libyens wird – bereits lange vor dem Sieg über Gaddafi – die Fortsetzung der Verträge zur Migrationskontrolle vereinbart.
2011 wird zugleich das Jahr, in dem die meisten Menschen im Mittelmeer ums Leben kommen. Das Auffanglager auf Lampedusa ist wochenlang völlig überfüllt; im September kommt es zu einer Revolte, woraufhin das Lager geschlossen und erst im Juli 2012 wieder eröffnet wird. In Europa findet man zwar gute Worte für den beginnenden Demokratisierungsprozess, nicht jedoch für die Flüchtenden. Immer wieder hört man: Ihr habt eine Revolution gemacht, nun ist es doch in Ordnung! Zugleich geben die Bilder der in Süditalien und Malta anlandenden Boote Anlass zur Irritation: sind es doch die jungen Helden dieser Revolutionen, die nun als Flüchtlinge mit zerrissenen und ausgebleichten Hemden auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa kommen.
Judith Gleitze lebt in Palermo. Für den Verein borderline-europe unterstützt sie Flüchtlinge in den sizilianischen Flüchtlingslagern, begleitet Bootsflüchtlinge und ihre Angehörigen, informiert die Öffentlichkeit über die Situation an dieser Grenze Europas und besucht mehrfach Flüchtlingslager in Tunesien. Mit ihrem Vortrag informiert sie über die Veränderungen und Lebensbedingungen für Flüchtlinge in und aus den arabischen Ländern. Dabei geht sie auf die besondere Situation und die Auswirkungen des arabischen Frühlings auf schwarzafrikanische Flüchtlinge ein. Sie berichtet über die Behandlung der Flüchtlinge u. a. in Italien.
Borderline Europe wurde 2007 als gemeinnütziger Verein von einer Gruppe von Personen,die schon seit Jahren im Flüchtlingsbereich arbeiteten, als Antwort auf die Menschenrechtsverletzungen und die Folgen der europäischen Abschottungspolitik gegründet. Weitere Informationen: www.borderline-europe.de

Veranstalter_innen: Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Antifa Saar Projekt / AK, CriThink! e.V. – Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns, Peter-Imandt-Gesellschaft und DAJC Saarbrücken (Deutsch-Ausländischer JugendClub)

17.08. – „In antisemitischer Gesellschaft“ @ Saarbrücken

Vortrag und Diskussion mit Leo Elser (Redaktion Pólemos)
Freitag, 17. August
19.00 Uhr
Futterstraße 17-19, Saarbrücken

„Aber es gibt keine Antisemiten mehr“ – heißt es in der Dialektik der Aufklärung, denn sich Antisemit zu nennen, hat in der Politik zweifelsohne einen werbestrategischen Nachteil. Doch nur weil Raider heute auch Twix heißt, hat sich an der inneren Logik des antisemitischen Ressentiments deswegen noch nichts geändert. Was der positivistische Verstand nicht begreifen will, dass auf den veränderten Namen nicht notwendig der veränderte Gegenstand folgt; entgeht der Antisemitisforschung so wie den heutigen Antisemiten, die größtenteils davon überzeugt sind, keine zu sein.

Der Antisemitismus allerdings ist nicht ein beliebiges Vorurteil, sondern er hängt innigst am Kern der falschen Gesellschaft. Eine Einsicht in diesen Zusammenhang setzt einen Begriff von antisemitischer Gesellschaft voraus, der etwas anderes ist, als die bloß empirische Messung des Antisemitismus in einer Gesellschaft. Der Vortrag will zeigen, warum eine Kritik des Antisemitismus ohne eine Kritik der Gesellschaft et vice versa nicht zu haben ist.

Es spricht, Leo Elser (Redaktion Pólemos)
http://kritischetheorie.wordpress.com/

Eine Veranstaltung des Lesekreis der Kritischen Theorie in Saarbrücken, der Antifa Saar / Projekt AK, CriThink! e.V., Peter-Imandt-Gesellschaft und Heinrich Böll Stiftung Saar.