17.01. – Lesung „Freiwirtschaft, Schwundgeld und Rassenwahn“ @ Saarbrücken

Am 17. Januar 2013 wird Peter Bierl sein Buch „Freiwirtschaft, Schwundgeld und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts – Der Fall Silvio Gesell“ in Saarbrücken vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Regionalbüro der Peter Imandt Gesellschaft / Rosa Luxemburg Stiftung (Futterstr. 17-19, 66111 Saarbrücken).

Das gleichnamige Buch von Peter Bierl kommt zu einem Zeitpunkt, wo auch unter Linken, Globalisierungskritikern und Kapitalismusgegnern die Vorstellungen des Freiwirtschaftstheoretikers Silvio Gesell (1862–1930) auf großes Interesse stoßen. Wenn auch Gesell selber dem allgegenwärtigen Antisemitismus seiner Zeit weitgehend abhold war, bieten seine über weite Strecken rassistische Lehre, seine um die Produktionssphäre verkürzte Kapitalismuskritik, seine horriblen Visionen von einem neuen Manchesterkapitalismus, sein Sozialdarwinismus und seine Frauenfeindlichkeit noch heute vielen Verschwörungstheoretikern, rechten und antisemitischen Gegnern eines anonymen »Finanzkapitalismus«, aber eben auch wohlmeinenden und naiven Kritikern von »Geld und Zins« eine ideologische Heimstatt.

Bis heute fehlte eine kritische Gesamtdarstellung der Gesellianer bzw. der Freiwirtschaftsbewegung, ihrer Theorie und Entwicklung, ihrer Vorläufer und ihres aktuellen Einflusses in Deutschland. Sie endlich zu liefern ist das  Anliegen dieses Buches, das sich an politisch und historisch Interessierte und Aktivisten in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, antifaschistischen und globalisierungskritischen Gruppen wendet.

Der Autor Peter Bierl ist ein Journalist aus Süddeutschland, der vor allem mit seinem Standardwerk Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik Aufmerksamkeit erregt hat. Sein Hauptinteresse gilt den verschiedenen Formen von Aberglauben, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug auch im linken Diskurs. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Silvio Gesell und stellt in Saarbrücken die Summe seiner Erkenntnisse vor.

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Veranstaltungsreihe „Im rassistischen Raster“

Etwas verspätet hier der Hinweis auf die Veranstaltungsreihe „Im rassistischen Raster“ des Multikulturellen Zentrums zum sog. racial profiling. Im Rahmen der Reihe finden noch zwei weitere Veranstaltungen in Trier statt:

  1. „Rassismus in Polizei und Justiz – Ausnahme oder Ausdruck gesellschaftskonformen Handelns“
    14. August 2012 – 19:30 im Kokolores (Domfreihof 1b)
    Vortrag von Bipblab Basu (Kampagne für Opfer rassistischer Polizei Gewalt/ReachOut)
  2. „Rassismus im Recht – rassistische Gesetzgebung?“
    31. August 2012 – 19:30 im Kokolores (Domfreihof 1b)
    Vortrag von Jakob Adolph (arbeitskreis kritischer juristinnen und juristen an der Humboldt-Universität zu Berlin)

 

Aktion 3. Welt Saar: Bye, bye Multikulti – Es lebe Multikulti

Soeben erschienen ist eine neue Flugschrift der Aktion 3. Welt Saar (A3W) in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Gruppe Emanzipation und Frieden. Unter dem Titel „Bye, bye Multikulti – Es lebe Multikulti“ wird sich gegen ein
kulturrelativistisches Verständnis von multikultureller Gesellschaft und die rassistisch motivierte Ablehnung  einer multikulturelle Gesellschaft gewendet. Stattdessen plädieren die beiden Gruppen in der Flugschrift für einen emanzipatorischen Multikulturalismus welcher die Freiheit des Individuums höher bewertet als die Freiheit von Gruppen.

Da die Kosten für den Druck der Flugschrift – sie lag der heutigen Ausgabe der taz bei – noch nicht vollständig gedeckt sind, bitten die A3W um eine kleine Spende.  Informationen zur Kontoverbindung und auch zur Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft finden sich auf der Homepage der A3W.

Neue Rechte reloaded – Reloaded !

Zu der Frage, ob Antideutsche neue Rechte geworden sind und ob Islamkritik Rassismus ist, sei allen die, wie der Referent des jüngsten antiantideutschen Vortrages in Trier, gerne über die Zeitschrift Bahamas reden statt sie tatsächlich auch mal zu lesen, der in der neusten Ausgabe erschienene Text von Cafe Critique zum Thema „Islamkritik und Politik im Namen des Volkszorns„, in dem trennscharf der Unterschied zwischen aufklärerischer Kritik und rechtem Ressentiment à la FPÖ auf den Punkt gebracht wird, zur Lektüre gegen die eigenen Vorurteile empfohlen.