Solidaritätserklärung zur Erhaltung des Haus Mainusch

Das Haus Mainusch muss bleiben!

Solidaritätserklärung zur Erhaltung des Haus Mainusch

Das Haus Mainusch besteht seit fast 25 Jahren als unabhängiges Kommunikationszentrum auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Es ist das einzige Projekt seiner Art in Mainz und Umgebung.

Für uns steht fest, dass das Haus Mainusch als Freiraum und als Schutzraum in Form des unabhängigen, selbst verwalteten Zentrums erhalten bleiben muss.

Schutzraum bedeutet, dass das Haus Mainusch ermöglicht, den Versuch zu unternehmen zunächst einen Raum frei von menschenfeindlichen Positionen, wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie zu schaffen, um letztendlich alle Räume von solchen Positionen befreien zu können.
So sollen die Möglichkeiten geboten sein, herrschenden, oft verletzenden, oder Menschen stark einengenden Vorstellungen von Normativität etwas entgegen zu setzen und im Austausch mit anderen Menschen Alternativen und emanzipatorische Perspektiven zu entwickeln.

Ein weiteres grundsätzliches Prinzip des Haus Mainusch ist die unkommerzielle Ausgestaltung.
Es muss gewährleistet werden, dass niemand, der_die seine_ihre Umwelt kulturell und politisch mitgestalten will auf Grund mangelnder finanzieller Mittel ausgeschlossen wird. Denn die Räume sind verfügbar für jede und jeden, der_die sich einbringen möchte. Das bedeutet auch, dass sie für jeden und jede gut erreichbar sein müssen.

Insgesamt soll in diesem Freiraum weiterhin eine Form der Selbstermächtigung durch gemeinschaftliches Aneignen von Wissen und Fähigkeiten ermöglicht werden.

Die Räume wurden und werden derzeit für ein umfangreiches kulturelles Programm genutzt. Dazu gehören selbstorganisierte Lesungen, Workshops, Ausstellungen, Konzerte mit lokalen und internationalen Bands, Partys, Kneipenabende, politische Vorträge und Filmvorführungen. Es nutzen außerdem mehrere Bands das Angebot eines Proberaums im Keller des Hauses und die Küche ist Grundlage dafür, dass hier regelmäßig (vegan) gekocht werden kann.

Das Haus Mainusch bietet auch den Raum für die Arbeit an Projekten und Veranstaltungen verschiedener politischer Gruppen.

Es wäre das Ende des Projekts Haus Mainusch,

  1. wenn das Haus Mainusch, z.B. durch eine Mieterhöhung, dazu gezwungen würde zu einem gewöhnlichen kommerziellen Raum zu werden, wie es bereits jeder andere Ort auf dem Campus und in Mainz ist. Z.B. Mieterhöhungen an Gäste, Veranstalter_innen und Aktive weiterzugeben würde den Ausschluss von Menschen mit wenig Geld bedeuten.
  2. wenn es den Status des unabhängigen und selbst verwalteten Zentrums verlieren würde. Neue Ideen und Projekte, sowie kritisches Denken können nur unabhängig vom homogen gestalteten Lehr-Alltag des Universitäts-Betriebes entstehen. So gibt es im Haus Mainusch als erstes und bis heute einziges Projekt auf dem Campus regelmäßig veganes Essen.
  3. wenn es in die Peripherie des Campus verlagert würde. Das würde die Zugänglichkeit zu einem so wichtigen Raum stark einschränken.
  4. wenn es keine langfristige Lösungsmöglichkeit für das Projekt gibt. Es darf nicht permanent, oder in kurzen Zeit-Abständen immer wieder, mit der prekären Lage der Bedrohung der eigenen Existenz konfrontiert sein.

Sonst leidet das eigentliche kulturelle und politische Programm unter dem ständigen Kampf um den Selbsterhalt.

Damit all das nicht geschieht und das unabhängige Kommunikationszentrum Haus Mainusch erhalten bleibt erklären wir uns solidarisch.

Es muss eine Zukunft des unabhängigen Kommunikationszentrum Haus Mainusch geben. Für eine langfristige Perspektive des Projektes auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.

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13.10. – „Die Linke und der Nahostkonflikt“ @ Mainz

Am 13. Oktober 2010 wird, auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz, Peter Ullrich zum Thema „Die Linke und der Nahostkonflikt. Extreme Identfikationen und Probleme eines linken Universalimus“ sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und findet im Regionalbüro der RLS statt (Nackstraße 4, 55118 Mainz).

Ullrich hat 2008 das Buch „Die Linke, Israel und Palästina. Nahostdiskurse in Großbritannien und Deutschland“ veröffentlicht.

Aus der Veranstaltungsankündigung:

AktivistInnen marschieren mit USA- und Israelfahnen oder treffen sich mit der Hamas, um politische Kooperation auszuloten – das ist das Handlungspektrum deutscher Linker zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wenn es um Israel oder Palästina geht. Nicht selten führt die Konfrontation der beiden Lager zu physischer oder psychischer Gewalt. Was bei beiden Extrempositionen meist auf der Strecke bleibt, ist ein kühler Kopf und eine wahrhaft universalistische Positionierung der Linken, die kein Unrecht als kleineres Übel akzeptiert.

Im Vortrag soll den Ursachen dieser Identifikationen nachgegangen werden. Dabei werden beispielhaft die Auseinandersetzungen über den Nahostkonflikt in der deutschen und der britischen Linken analysiert, wobei deutlich wird, welch große Rolle die jeweilige nationale Prägung spielt.

01. Mai – Nazidemo in Mainz verhindern!

Am 01. Mai wollen Neonazis in Mainz unter dem Motto „Sozial geht nur National“ demonstrieren. Zwar ist diese Demonstration momentan noch durch die Stadt verboten, es ist aber zu erwarten, dass das Verbot noch auf gerichtlichem Wege aufgehoben wird. Aus diesem Grund mobilisiert ein Mainzer Antifabündnis auch weiterhin zu Gegenaktivitäten gegen den Naziaufmarsch. Mehr Informationen zu selbigen gibt es auf der Sonderseite mai.blogsport.de.

Wer an einer gemeinsamen Anreise von Trier aus Interesse hat, der kann sich einfach unter trier@infoladen.de melden und erfährt dann alles weitere. Zudem sei auf eine Infoveranstaltung in Saarbrücken hingewiesen, die dort am 21. April um 18°° Uhr in der Nauwieser 19 stattfinden wird und bei der es ebenfalls um die geplanten Gegenaktivitäten, sowie eine gemeinsame Anreise von Saarbrücken aus gehen wird.

Und zum Schluss noch das nette Mobilisierungsvideo: