24.11. – „Islamophobie – Kampfbegriff gegen Islamkritik“ @ Infoladen

Am 24. November 2010 wird ab 20 Uhr Klaus Blees, von der Aktion 3. Welt Saar, einen Vortrag mit dem Titel „Islamophobie – Kampfbegriff gegen Islamkritik“ im Infoladen halten:

Schwere Zeiten für Kritiker des politischen Islam. Wer Zwangsheirat und Kopftuchzwang in muslimischen Familien ablehnt, sieht sich gerne dem Vorwurf der „Islamophobie“ und des „antimuslimischen Rassismus“ ausgesetzt. In dem Vortrag geht es um Fragen wie:

Warum wird einerseits säkulare, emanzipatorische Kritik an islamisch begründeten Unterdrückungsstrukturen und Menschenrechtsverletzungen tabuisiert und auf der anderen Seite der Blick auf ordinären Rassismus und ordinäre Fremdenfeindlichkeit, die sich auch, aber nicht nur gegen Muslime richten, durch deren Umdefinition zum „antimuslimischen Rassismus“ vernebelt? So spricht zum Beispiel niemand von antikurdischem oder antitürkischem Rassismus.

Ist der Islam mit der Aufklärung – zum Beispiel den individuellen Freiheitsrechten – vereinbar?

Gibt es einen eigenständigen islamischen Antisemitismus?

In der anschließenden Diskussion soll der Unterschied zwischen linker, aufgeklärter Islamkritik und rechtspopulistischer Moslemfeindschaft näher beleuchtet und überlegt werden, wie den  massiver werdenden Versuchen, Kritiker mundtot zu machen, begegnet werden kann. Thematisiert wird auch die oft unterschlagene Tatsache, dass der Islam in der äußersten Rechten mehr Freunde als Feinde hat.

Der Referent arbeitet mit im Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar. Dort werden Know-how gebündelt, Veranstaltungen organisiert, Initiativen vernetzt und Expertisen veröffentlicht wie zum Beispiel die vierseitige Flugschrift „Bye bye Multikulti – es lebe Multikulti“ (Auflage: 100.000)

29.04. – Djihad und Antisemitismus @ Uni Trier

Am 29. April 2010 veranstaltet die Aktion 3. Welt Saar in Zusammenarbeit mit dem Referat für politische Bildung des AStA der Uni Trier einen Vortrag mit Michel Dormal zum Thema „Djihad und Antisemitismus – Eine politische Analyse des Islamismus. Der Vortrag beginnt um 18°° Uhr im Raum B22 der Universität Trier. Aus dem Ankündigungstext:

Der islamistische Terrorismus ist seit den Anschlägen von New York eine vieldiskutierte Gefahr. Doch welcher Logik folgt der Djihad? Welche Rolle spielt dabei der Hass auf Juden und Israel? Werden die Selbstmordattentäter von Paradiesversprechen geleitet, oder instrumentalisieren sie die Religion für politische Anliegen? Die Veranstaltung versucht, auf solche Fragen eine differenzierte Antwort zu liefern. Dazu wird ein Dialog mit den politischen Theorien von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Hannah Arendt und Claude Lefort entfaltet. Die Gewalt des Djihadismus und seine politische Ideologie wird dann als moderne Variante einer totalitären Bewegung entschlüsselt.

Aber wie und wo entstand der islamische Antisemitismus? Was sind die Wurzeln des Antisemitismus der Hamas? Der Vortrag geht den historischen Ursprüngen islamischer Judenfeindschaft nach.

Terminhinweise für die kommende Woche

In der kommenden Woche herrscht in der Metropole Trier geradezu eine Inflation interessanter Vorträge und Veranstaltungen.

Den Reigen eröffnet am Dienstag, den 27. Januar, der Vortrag „Horst Mahler: Von links nach rechts, ein alternativloser Weg?“. In dem vom Referat für Politische Bildung des AStA veranstalteten Vortrag wird Martin Jander auf denWerdegang des ehemaligen RAF-Anwalts und heute strammen Rechtsradikalen Horst Mahler eingehen und darlegen wieso ihm der Wechsel von ganz linsk nach ganz rechts so problemlos gelingen konnte. Beginn ist 18°° Uhr im Raum B19 der Universität Trier.

Am nächsten Tag, Mittwoch den 28. Januar, gibt es gleich zwei weitere interessante Vorträge:

Zum einen wird Peter Bierl zum Thema „Feindbild Mensch – Ökofaschismus, Esoterik und Tierrechte“ sprechen. Diese vom Referat für Antifaschismus und Antirassismus des AStA verantwortete Veranstaltung beginnt ebenfalls um 18°° Uhr und findet ebenfalls im Raum B19 der Uni statt.

Der zweite Vortrag trägt den Titel „Islam und Homosexualität – Homosexuelle in Iran“ und dort wird Mina Ahadi (Vorsitzende des International Committee Against Executions, des Internationalen Komitees gegen Steinigung und des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland) über die Verfolgung von Homosexuellen in der Islamischen Republik sprechen. Los geht es ebenfalls um 18°° Uhr, allerdings in Raum B12 der Uni.

Damit nicht genug gibt es auch im Infoladen noch zwei Veranstaltungen:

Donnerstags (29. Januar) zeigt die Hochschulgruppe Linke Liste im Rahmen ihrer Filmreihe zum italenischen Neorealismus den Film „Der Leopard“. Ab 20³° Uhr im Infoladen Trier (Hommerstr. 14). Zuvor ist ab 19³° Uhr außerdem ein offenes Treffen der Hochschulgruppe am gleichen Ort, zudem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Einen Tag später am Freitag (30. Januar) gibt es dann die letzte vegane Volxküche – für diesen Monat. Essen gibts ab 19°° Uhr im Infoladen und später dann noch einen netten Film.

Neue Rechte reloaded – Reloaded !

Zu der Frage, ob Antideutsche neue Rechte geworden sind und ob Islamkritik Rassismus ist, sei allen die, wie der Referent des jüngsten antiantideutschen Vortrages in Trier, gerne über die Zeitschrift Bahamas reden statt sie tatsächlich auch mal zu lesen, der in der neusten Ausgabe erschienene Text von Cafe Critique zum Thema „Islamkritik und Politik im Namen des Volkszorns„, in dem trennscharf der Unterschied zwischen aufklärerischer Kritik und rechtem Ressentiment à la FPÖ auf den Punkt gebracht wird, zur Lektüre gegen die eigenen Vorurteile empfohlen.

Islam an der Uni revisited!

Die Turbulenzen um die Islamwoche Trier, die mit dem dem kurzfristigen Verbot durch den Universitätspräsidenten ihren Höhepunkt fanden, hat im beschaulichen Trier für einige Verstörung gesorgt.

Manch einer verwechselte in der Empörung über diese harte Entscheidung das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit mit dem vermeintlichen Recht, für die Verbreitung seiner jeweiligen Weltsicht von der Universität und dem AStA unterstützt zu werden. Angesichts dessen, dass der vorgesehene Referent Pierre Vogel sein Studium in Deutschland abgebrochen hat, da ihm die hiesige Islamwissenschaft zu verwässert und von Gottes Wahrheit getrennt erschien, um anschliessend in Saudi-Arabien zu studieren, einem Land also in dem mit dem Wahabismus die reaktionärstmögliche Variante des Islam gelehrt wird, fragt man sich allerdings warum er unbedingt an der Universität Trier referieren will.

Wie dem auch sei; dass es auch anders geht, und eine unvoreingenommene aber differenzierte Auseinandersetzung mit dem Islam durchaus seinen Platz an einer Hochschule hat, zeigt eine andere Veranstaltung, die am 9ten Juni stattfindet. Auf Einladung des Faches Politikwissenschaft referiert Asma Barlas, gebürtig in Pakistan und heute Dozentin in am Ithaca College, New York, zum Thema „Islam and Feminism„. Frau Barlas bemüht sich seit längerem um eine moderne Auslegung des Koran und „Qur’anic hermeneutics that allows Muslims to argue on behalf of sexual equality and against patriarchy from within an Islamic framework„. 2002 veröffentlichte sie das Buch Believing Women“ in Islam. Unreading Patriarchal Interpretations of the Qur’an.

Solche reflektierte Anerkennung, dass der Islam immer auch an sich schon eine Auslegungssache ist, die in der Welt der Menschen gemacht wird und sich dort bewähren muss, und nicht nur Unterwerfung unter ‚wahre‘ göttliche Gesetze, ist in der Tat der erste Schritt zu einem demokratischen Verständnis von Religion (dass so etwas möglich ist soll hier mal wohlwollend angenommen werden) und genau das, an dem es den neurotisch-narzisstisch anmutenden Referenten der Islam-Woche mangelt.

Man mag den Versuch einer feministischen Koranlektüre für sinnvoll halten oder nicht; spannend ist es allemal, und ob es gelingt, davon kann und sollte sich jeder selbst überzeugen. Am 9ten Juni um 16 Uhr in Raum C01.