29.10.-03.11. „Tatort Stadion 2“ in Trier

Vom 29. Oktober bis zum 03. November 2012 ist in Trier die Ausstellung „Tatort Stadion 2“ zu verschiedenen Formen von Diskriminierung im Fußball zu sehen. Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 16 bis 20 Uhr (außer 01.112.) und Samstags von 12 bis 16 Uhr im Null Fünf im Moselstadion zu sehen.

Begleitet wird die Ausstellung durch zwei Vorträge:

Montag, 29.10.2012, 19 Uhr, im Null Fünf (Moselstadion Trier)
Fußballkultur und Rechtsextremismus / Rassismus
Vortrag und Diskussion | Referent: Jonas Gabler | Eintritt frei

Donnerstag, 08.11.2012., 19 Uhr, Im Balkensaal, Ex-Haus Trier
Angriff von Rechtsaußen – wie Neonazis den Fußball missbrauchen
Vortrag und Diskussion | Referent: Ronny Blaschke | Eintritt frei

Organisiert werden die Ausstellung und die Vorträge vom SV Eintracht Trier 05 e.V., dem Fanprojekt Trier und dem Supporters Club Trier 2001.

16.06. – Fußball-Turnier und AUDIOLITH-Feierei!

Am 16. Juni 2012 findet von 09:30 bis 16 Uhr im Moselstadion Trier ein antirassistisches Fußballturnier statt und anschließend das Summer of Riesenlöve Open Air im  im eXhaus Trier. Veranstaltet wird das Fußballturnier vom AStA Kulturreferat und findet im Rahmen des festival contre le racisme statt. Teilnehmer*innen kommen mit 3€-Ermäßigung auf das Audiolith-OpenAir im eXhaus!

Am 16. Juni treffen sich max. 16 Teams auf dem Kleinfeldplatz am Moselstadion der Eintracht Trier. Mit dabei wird unter anderem ein Team bestehend aus Flüchtlingen sowie möglicherweise ein schwules Team – mindestens aber bi-/homosexuelle Einzelpersonen – sein.

Deshalb haben Personen mit menschenverachtenden Einstellungen, wie etwa Rassismus oder Sexismus, hier nichts verloren!

Nur an eine*n Schiedsrichter*in denkt wieder keine*r. Macht aber nichts, denn es gelten die Regeln der „Bunten Liga“. Soll heißen, ein Mensch mit kräftiger Lunge bringt eine Trillerpfeife zu Gehör, daraufhin beginnen die jeweiligen Begegnungen. Genau 10 Minuten später beendet der Mensch mit kräftiger Lunge die Spiele dann ebenso, wie er sie startete. Was zwischendrin passiert machen die Teams untereinander aus. Das funktioniert ganz wunderbar, um nicht zu sagen, geschmeidig wie ein gelungener Konterangriff. Sollte doch einmal Uneinigkeit bestehen wird die Turnierleitung eingreifen und ggf. Konsequenzen ziehen.

Fair Play und Spaß statt übertriebener Ehrgeiz und Härte!

Ganz Regelkonform können sich Teams ab sofort via E-Mail anmelden. Wir organisieren auch Schlafplätze für anreisende aus der Ferne!

Sollten sich mehr als 16 Teams melden, die bei der Veranstaltung auflaufen wollen, so entscheidet die unbestechliche Regelkommission, die übrigens immer Recht hat, wer ins Turnier einsteigen darf.

Wenn ihr gerne als Einzelpersonen teilnehmen wollt meldet euch ebenfalls auf die oben genannte E-Mailadresse an – wir werden versuchen ein Einzelspieler*innen Team zu koordinieren.

Ihr steht dann mit bis zu sechs Menschen gleichzeitig auf dem Platz und im Tor stehen (zusätzlich natürlich Ersatzspieler*innen) die dann auch ermäßigten Eintritt beim abendlichen Konzert erhalten. On top bekommt ihr außerdem eine Kiste Mineralwasser unter die Ersatzbank gestellt.

Damit das Ganze nicht “nur” ein Spiel bleibt, sondern zum regelrechten Fußball-Fest wird, werden wir für Bier sorgen sowie einen Infotisch lokaler Politgruppen beherbergen. Darin enthalten ist auch die Möglichkeit sich mit T-Shirts passend zur EM 2012 einzudecken oder sich emanzipatorische Lektüre zuzulegen.

Somit sollte auch für Menschen die mit dem Ballett der Arbeiterklasse nicht so wirklich etwas anfangen können eine angenehme Atmosphäre geschaffen sein.

Fußball ist kein Männersport: …oder sollte zumindest keiner sein. Wir freuen uns besonders über Frauen- und gemischtgeschlechtliche Teams: all genders are welcome!

Zudem soll auch auf die Initiave “Pyrotechnik ist kein Verbrechen” aufmerksam gemacht werden.

06.07. – „Fußball in Deutschland zwischen Kosmopolitismus und deutschnationaler Gesinnung“

Am 06. Juli 2010 lädt das AStA Referat für Politische Bildung zu einem Vortrag von Diethelm Blecking mit dem Titel „Fußball in Deutschland zwischen Kosmopolitismus und deutschnationaler Gesinnung“. Der Vortrag findet ab 18 Uhr um Raum B21 (Uni Trier) statt.

Sie heißen Cacau, Podolski, Klose. Drei der ersten deutschen Torschützen bei dieser Weltmeisterschaft sind nicht in Deutschland geboren. Und doch: Sie identifizieren sich mit Deutschland, spielen gerne für Deutschland, ohne dabei ihre eigenen Wurzeln zu vergessen oder zu verleugnen. Das ist die eine Seite des Fußballs: Die Integration junger Migrantinnen und Migranten durch Sport, Spiel und Spaß.

Immer wieder werden wir jedoch mit den Schattenseiten des Fußballsports konfrontiert. Rassistische Fangesänge im Stadion und nationalistisches Gehabe der „Fans“. Wie kosmopolitisch ist der Fußball wirklich und wo fängt nationalistische Gesinnung an?

Prof. apl. Dr. Diethelm Blecking von der Universität Freiburg erklärt die historischen Wurzeln von Kosmopolitismus, Antisemitismus und Rassismus im deutschen Fußball.

16.06. – „Geschlecht und Nationalismus im Fußball“

Am 16. Juni 2010 findet um 18 Uhr im Raum C10 (Uni Trier) ein Vortrag zum Thema „Geschlecht und Nationalismus im Fußball“ statt. Veranstalter sind das Autonome Feministische Frauen- und Lesbenreferat und das Referat für Antirassismus, Antifaschismus und Antidiskriminierung des AStA:

In alltäglichen Diskussionen wird Fußball immer wieder als „unpolitisch“ beschrieben, denn angeblich handelt es sich bei dieser globalen Sportart um ein Spiel, bei dem 22 Personen einem Ball hinterherlaufen, um ihn letztendlich ins Tor zu schießen.

Außerdem wird Fußball als naturwüchsige „Männersache“ aufgefasst. In den sich ständig wiederholenden Massenzeremonien, Ritualen und Praxen auf dem Spielfeld, den Tribünen, den Straßen und vor den Fernsehern werden beispielsweise zu „weiche“ Spieler als „Schwuchtel“ oder als „Frau“ beschimpft. Da ist es nicht verwunderlich,dass in diesem homophoben Klima die Anzahl der Coming-Outs von Spielern, die homosexuell begehren, gegen Null tendiert. Gleichzeitig umarmen und küssen sich Spieler während eines Torjubels. So lässt sich an dieser Stelle nach den Formen und Ausprägungen von Gender im Fußball fragen? In welchem Zusammenhang stehen Homoerotik und Homophobie? Wie zeigt sich „männliche Hegemonie“ im Fußball und gibt es eine „hegemoniale Männlichkeit“, die als Norm für gesellschaftliche Praxen in dieser Sportart anzusehen ist? In welchem Verhältnis stehen Frauen- und Männerfußball?

Des weiteren zeigt sich spätestens seit der WM 2006, als die euphorisierte deutsche Nation fahnenschwenkend und mit allerlei schwarz-rot-goldenen Accessoires ausgestattet in die Fußballstadien und auf die öffentliche Plätze stürmte, dass beim Fußball eine „nationale Vergemeinschaftung“ stattfindet. Mit viel Freude wurde auch eine zunehmende Partizipation von Frauen an diesem Bekenntnis zur Nation festgestellt.

In der deutschen Nationalmannschaft spielen mittlerweile dunkelhäutige und Spieler mit sogenanntem „Migrationshintergrund“, die teilweise in der „Du bist Deutschland-Kampagne“ warben. Kann der neue „deutsche Patriotismus“ deswegen als friedfertig und freundlich a la zu „Gast bei Freunden“ bezeichnet werden? Wird Rassismus durch Fußball zurückgedrängt?

Es lässt sich also nach der Verquickung von Nationalismus und Sport fragen? Welche Prozesse der nationalen Vergemeinschaftung finden statt?

Diesen und anderen Fragen soll nachgegangen sowie Aspekte und Prozesse der „nationalen Vergemeinschaftung“ und der „geschlechtsspezifischen Vergesellschaftung“ im Fußball als auch mögliche Praxisformen sollen diskutiert werden.

Der Referent Benjamin Fuchs ist in der Projektgruppe Nationalismuskritik aktiv.