22.05. – „Feindbild China – Das China-Bild der deutschen Medien“ @ Trier

Am 22. Mai 2014 führt das Referat für Politische Bildung des AStA der Uni Trier den Vortrag „Feindbild China – Das China-Bild der deutschen Medien“. Referieren wird Dr. Renate Dillmann. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Raum A8 der Uni Trier.

China ist ein schlimmer Staat. Seine Regierung lässt das Volk brutal ausbeuten, ruiniert die Umwelt, schikaniert die Presse, sperrt Oppositionelle ein und macht harmlosen Künstlern wie Ai Weiwei oder religiösen Führern wie dem Dalai Lama das Leben schwer. Freie Wahlen lässt er nicht zu. Dafür verdient er inzwischen sagenhaft viel Geld am Weltmarkt und macht sich auf unsere Kosten in Afrika breit…
Mehr braucht man anscheinend nicht zu wissen, um zu dem Urteil zu gelangen, dass die neue Großmacht nicht in Ordnung ist und unser Misstrauen verdient.

Der Vortrag will erstens zeigen, was an diesem China-Bild falsch ist. Nicht, indem er ein hübscheres Bild des Landes und seiner Regierung zeigt, China sympathischer oder schöner darstellt. Sondern indem er die Maßstäbe der Beurteilung aufs Korn nimmt und die Parteilichkeit aufspürt, die in den Urteilen steckt.
Zweitens soll der Grund des offenbar ziemlich beliebten China-Bashings ermittelt werden. Ein Feindbild verweist auf eine zugrunde liegende Feindschaft, ist – anders als es die Rede vom „clash of civilisations“ vorstellig macht – Ausdruck gegensätzlicher Interessen. Welche sind das?
Drittens sollen dann noch einige Erklärungen geliefert werden für das von westlichen Vorstellungen in der Tat abweichende politische System der Chinesen. Sie führen keine Wahlen im westlichen Sinne durch und lassen nicht zu, dass alternative Parteien um die Macht konkurrieren. Wie und wozu machen sie aber dann Politik?

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06.11. – „Bewegung in China – Das Problem der Arbeitsmigration in Fujian“

  • Dienstag, 06. November 2012, um 20 Uhr im Weltladen der AGF, Pfützenstr. 1, Trier
  • Hermann Anell, AGF / AK Fujian RLP von einer Reise  nach Fujian

Seit 1989 gibt es eine Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und der chinesischen Provinz Fujian; seit 2010 besteht desweiteren eine Städtepartnerschaft zwischen Trier und Xiamen. Anfänglich war die Partnerschaft auf wirtschaftliche Interessen ausgerichtet, mittlerweile wird auch in den Bereichen Umwelt und Kultur zusammen­gearbeitet. Im Rahmen der Partner­schafts­aktivitäten wurde anscheinend aber noch nie die Sprache auf Arbeits- und Sozial­standards gebracht.

Das will der 2008 ins Leben gerufene AK Fujian-RLP ändern. Unter dem Titel „Keine Partnerschaft ohne Sozialstandards“ setzt sich der Arbeitskreis dafür ein, dass die Ausrichtung der China-Partnerschaften sich nicht nur auf wirtschaftliche Beziehungen konzentriert sondern auch zivilgesellschaftliche Akteure hier wie in China eingebunden werden. Vielfältige Möglichkeiten bestehen im kulturellen, bildungspolitischen, sozialen und umweltpolitischen Bereich.

Im Februar 2012 starteten Mitglieder des AK’s zu einer Informations- und Begegnungsreise nach Fujian um sich vor Ort ein Bild  der Partnerschaft zu machen. Es wurden zahlreiche Gespräche mit Wander­arbeiter­Innen, staatlichen GewerkschaftsvertreterInnen und NGO-VertreterInnen geführt. Desweiteren wurden zwei Betriebe, in denen WanderarbeiterInnen beschäftigt sind, besichtigt und Gespräche mit der jeweiligen Geschäftsleitung geführt. Auf der Reise wurden einige Kontakte zu chinesischen Organisationen geknüpft und die Weichen für zukünftige Kooperationen im zivilgesellschaftlichen Bereich gestellt.

Vortragsreihe der AG Frieden zu China

Im Kontext kürzlich zu Stande gekommenen Städtepartnerschaft zwischen Trier und dem chinesischen Xiamen, veranstaltet die AG Frieden zwei Vorträge die sich kritisch mit der Situation in China und der Rolle von Städtepartnerschaften auseinander setzt:

1. China zwischen Krise und Revolte – Land der Widersprüche und des Widerstands
18. Februar 2011 – 20.00 Uhr @ Friedens- und Umweltzentrum, Pfützenstr. 1, 54290 Trier

Referent: Vertreter von gongchao.org / Assoziation A (Hrsg. von „Auf­bruch der 2. Generation. Wander­arbeit, Gender und Klassen­zusammen­setzung in China“

Vortrag zur aktuellen Situation in China mit einem kriti­schen Blick auch auf die Widersprüche. Was sind die Hin­tergründe zu Chinas rasanter Entwicklung vom „maoisti­schen Armenhaus“ zum „Fließ­band der Welt“ mit Men­schenrechtsverletzungen und Aufstandsbekämpfungen. Wie ist die Situation der Wanderarbeiterinnen, die vor al­lem in Sonderwirtschaftszonen wie Fujian (inklusive Xia­men) unter sehr prekären Bedingungen für den Export schuften?

„Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn die Kommunis­tische Partei Chinas in eine Krise stürzte, nicht durch den Zusammenbruch des Kommunismus 1989, son­dern durch die krampfhaften Zuckungen des Kapitalis­mus des Jahres 2009.“ (Financial Times, 16.12.2008)

„Die chinesische Führung ist zunehmend besorgt über die Abkühlung der eigenen Wirt­schaft und die stei­gende Ge­fahr von Protesten arbeitsloser Arbeiter­Innen. Die Politiker „sind schon in einem Zustand der Panik“, sagte Qu Hong­bin, Chef­volkswirt der HBSC. (International Herald Tribune, 23.1.09)

China ist mit über 1,3 Milliarden Menschen das größte Land der Welt und ist in den letzten Jahren zur drittgröß­ten Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Durch die Öffnung und In­dustrialisierung in den letzten Jahrzehnten entwi­ckelte sich China zum Billig-Fließband der Welt und tritt heute weltweit als Investor und Geldgeber auf. Der im­mense

Industriali­sierungsprozess hat in den letzten zwan­zig Jahren Millio­nen WanderarbeiterInnen vom Land in die Städte und Son­derwirtschaftszonen wie Xiamen gezogen, wo sie in den Fabriken, auf dem Bau, als Hausangestellte usw. oft unter katastrophalen Bedingungen

arbeiten. Ihre Ausbeutung und ihr Kämpfe haben seit 2003 deutlich an Dynamik ge­wonnen und setzen das Regime unter Druck. Durch die weltweite Krise werden die sozialen Beziehungen in China erneut um­gewälzt. Die Kommunistische Partei versucht mit den Aus­wirkungen der Krise fertig zu

werden, Aufstände werden nie­dergeschlagen, Proteste unterdrückt. Wenn das chinesische Regime bzw. die Kapital­herrschaft in China ge­schwächt wer­den, sind große Auswirkungen auf die übrige Welt zu erwar­ten. Bei Bekleidung, Spielzeug, Unterhal­tungselektronik und Computertechnik: „Made in China“ do­miniert die westlichen Märkte. Die Prozesse in China zu kennen ist wichtig, um die welt­weiten Zusammenhänge von Krise und sozialen Kämpfen zu verstehen. Wir sollen Angst haben vor den Fremden, wie den billigen ChinesInnen, die uns die Jobs wegneh­men, Schuld waren an den Preissteige­rungen und auch noch alle Auto fahren wollen.

Wie sieht die Krise des chinesischen Kapitalismus aus? Welche Auswirkungen hat die Krise dort und weltweit? Wie sieht die Überwachung und Auspressung am Fließ­band aus, welche Widerstandsformen haben Arbeiterin­nen und Arbeiter entwickelt? Wie sehen Strategien der Angst (vor der Krise) und bürgerliche Krisenerklärun­gen sowie

nationalistischen Tendenzen aus? Welche Chancen entstehen in den sozia­ler Umwälzung und Kämpfen in der Krise, wie können soziale Be­wegungen aus allen Ecken der Welt vonein­ander lernen? Was kann der kapitalisti­sche Kri­sendynamik entgegen­gesetzt werden um eine so­lidarische Gesell­schaft und Gerechtigkeit zu ermöglichen? Über dies und weitere Fragen soll im Vortrag und der anschließenden Diskussi­on gesprochen werden.

2. Partnerschaft mit China ohne Sozialstan­dards?
23. Februar 2011 – 19.00 Uhr @ Friedens- und Umweltzentrum, Pfützenstr. 1, 54290 Trier

Referentin: Sabine Ferenschild (Südwind Institut /Ökum. Netz Rhein-Mosel-Saar, aktiv im Ak RLP-Fujian)

Fragen zu Men­schenrechten und Sozial­standards in China, sowie unsere Verant­wortung als Asylland und Importziel im Rahmen von (Städte)-Partnerschaften.

Seit Februar 2009 existiert eine Städtepartnerschaft zu Xiamen – am 11.11.2010 wurde sie von Protesten beglei­tet feierlich unterzeichnet. Xiamen die „sauberste Stadt Chinas“, Teil einer wirtschaftlich bedeutenden Sonder­wirtschaftszone ist zudem Universitätsstadt. Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in China, be­sonders in Sonderwirtschaftszonen wie Fujian oder bei­spielsweise im Arbeitslager in Xiamen aber auch die Si­tuation chinesischer Flüchtlinge in Trier sind scheinbar (bisher) kein Thema bei der Länder- und Städtepartner­schaft. Im Rahmen der zahlreichen Partnerschaftsaktivi­täten sind Arbeits- und Sozialstandards also noch nicht im Blick. Das will die Arbeitsgruppe „Keine Partnerschaft ohne So­zialstandards!“ ändern, die sich mit der Wirt­schaftspartnerschaft Rheinland-Pfalz — Fujian – wo auch Xiamen da­zugehört – beschäftigt.

Die AG besteht aus mehreren Or­ganisationen, die seit vielen Jahren die „Kampagne für Saubere Kleidung“ unterstützen. Also ein Engagement für Kleidung, die zu fairen Bedingungen un­ter Einhaltung von Sozialstandards produziert wird. Zur AG gehören das Amt für Jugendarbeit der Ev. Kirche im Rheinland, DGB Rheinland Pfalz, EIRENE International, Katholische Ar­beitnehmerbewegung im Bistum Trier (KAB), Katholische Studierende Jugend im Bistum Trier (KSJ) und das Öku­menisches Netz Rhein- Mosel-Saar. Ein Mitglied der Ar­beitsgruppe wird über Hintergründe in China und hier in Rheinland-Pfalz sowie Perspektiven des Engagements berichten. Dabei sollen auch folgende Fragen erörtert werden:

* Wem und was dient die Partner­schaft, wer profitiert da­von? Wird in der Städtepartnerschaft Trier-Xia­men nur über Kultur, Bildung und Wirtschaft gesprochen?
* Warum sind Menschenrechte und die deutsche Abschie­bepolitik da­bei (bisher) kein Thema?
* Wie kann die Menschenrechtssi­tuation in Rheinland Pfalz und Chi­na verbessert werden?
* Inwieweit sind faire Bekleidung eine sinnvolle Alternative zu chine­sischen Textilprodukten?
* Was können wir auch im Rahmen der Partnerschaft tun, welche Strategien machen Sinn?