11.03. – Vortrag „Judenhass als Vermächtnis. Die Tradierung des Antisemitismus bei den Wagners“

Am 11. März 2014 wird Eva Weissweiler im Karl-Marx-Haus über  „Judenhass als Vermächtnis. Die Tradierung des Antisemitismus bei den Wagners“ sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

Richard Wagner war 1849 am Dresdner Maiaufstand beteiligt. Ein Jahr später vertrat er in seinem unter Pseudonym veröffentlichten Aufsatz “Das Judentum in der Musik” die fragwürdige These, die vollständige Emanzipation der Juden sei erst möglich, wenn sie ihre Sonderexistenz als Juden aufgäben. Wagners antijüdische Einstellungen wurden in den 1870er Jahren obsessiver, wenn auch seine Haltung zum Judentum letztlich voller Widersprüche blieb.

Mehr als dreißig Jahre nach dem Tod ihres Mannes – Richard Wagner starb wie Karl Marx im Jahr 1883 – trat Cosima Wagner mit über achtzig der antisemitischen “Vaterländischen Partei” bei. Ihren virulenten Judenhass, den sie “an ihre Kinder und Kindeskinder weitergab wie eine Hausreligion” arbeitet Eva Weissweiler, Musikwissenschaftlerin und Autorin der Biografie über Wagner-Enkelin Friedelind, in ihrem Vortrag heraus.

Die Referentin spannt auch den Bogen von Wagner zu Marx. Bei allem Spott von Karl Marx über den “neudeutsch-preußischen Reichsmusikanten” gab es anfänglich durchaus Parallelen im Denken der Beiden, die sich nie persönlich begegnet sind. “Allüberall wird man mit der Frage gequält: Was denken Sie von Wagner?”, schreibt Marx 1876 an seine Tochter Jenny und charakterisiert die Selbstinszenierung der “Familiengruppe” um Cosima und Richard Wagner als bestens geeigneten “Operntext für Offenbach”.

Der Eintritt zur Veranstaltung im Karl-Marx-Haus ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter 0651/97068-0 oder per Email an info.trier@fes.de.

Mobilisierungsvideo zur Demo am 5. Juni

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt findet am 5.Juni um 17Uhr am Hauptmarkt eine Demonstration gegen die Nazi- und NPD-Aktivitäten in Trier statt. Damit ihr das nun auch euren Freunden, die evtl. nur auf neue Medien reagieren, erzählen könnt, gibt es jetzt ein Mobi-Video auf YouTube.

Ganz exklusiv gibt (nur auf dem Infoladen Trier-Blog) es hier die BETA-Version:

und nicht vergessen 5juni.blogsport.de

mit antifaschistsichen Grüßen

Vortrag „Durban II – Rassistische Antirassismus-Konferenz?“

Am 19. April 2009 veranstaltet die Deutsch-Israelische Gesellschaft Trier (DIG) eine Abendveranstaltung zur sog. Durban II Konferenz. Referent wird Alex Feuerherdt sein. Der Vortrag beginng um 18°° Uhr im Vortragssaal der Evangelischen Stadtmission (Kaiserstr. 26a, 54290 Trier) und kostet 3,- € Eintritt. Zum konkreten Inhalt sei hier der Einfachheit halber, auf den offiziellen Ankündigungstext der DIG Trier verwiesen:

Alex Feuerherdt wird in seinem Vortrag erläutern, wie der Antirassismus zur Ideologie der totalitären Bewegungen werde konnte, die als Deckmantel für Antisemitismus dient und jegliche Freiheitsbestrebungen in postkolonialer, kulturalistischer Weise als rassistisch diffamiert. Darüber hinaus wird er darlegen, was von der „Durban II“-Konferenz zu erwarten ist: Welche Rolle spielen bei dieser das Regime im Iran und andere islamische Staaten? Warum steht die Konferenz den Zielen einer Säkularisierung und der universellen Verteidigung der Menschenrechte gegen einen vermeintlichen Kulturpluralismus, der auf die Verteidigung der islamischen Sharia gegen die Freiheit des Individuums hinausläuft, diametral entgegen?

Alex Feuerherdt ist freier Autor und Publizist sowie Mitinitiator der deutschen Kampagne „Boykottiert Durban II“. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu politischen Themen unter anderem in der Berliner Wochenzeitung Jungle World und in der Jüdischen Allgemeinen.

Zum gleichen Thema finden sich auch in der aktuellen Ausgabe (16/09) der Wochenzeitung Jungle World mehrere Artikel. Darunter auch ein Bericht von Alex Feuerherdt mit dem Titel „Should I stay or should I go?“.

Nazikonzert in Wittlich

Der Volksfreund berichtete Anfang der Woche:

Ein als private Feier getarntes Skinhead-Konzert in der Bombogener Grillhütte ist am Wochenende vorzeitig abgebrochen worden. Als die Polizisten gegen Mitternacht auftauchten, wurden sie von den teils erheblich alkoholisierten Rechtsextremen mit Flaschen und anderen Gegenständen beworfen. Verletzte gab es nicht. Alle 120 Konzertbesucher wurden überprüft und erkennungsdienstlich behandelt, bevor sie einen Platzverweis bekamen und die Grillhütte räumen mussten …“ (more)

Und am Tag danachmehr noch:

Schon allein ein Blick auf die Kennzeichen der Fahrzeuge habe ergeben, dass die der rechten Szene zuzuordnenden Besucher auch aus anderen Bundesländern angereist waren. „Es gibt in unserem Beritt hier keine sich manifestierende Szene rechter Skinheads“, sagt Reinhard Rothgerber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Trier, „Solche Veranstaltungen finden bundesweit statt. Diese Konzerte sind ein Mittel, um rechtes Gedankengut zu verbreiten. Darin sehen wir eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Und wir wollen konsequent gegen solche Machenschaften vorgehen. Das ist auch ein Signal, dass wir so etwas in unserer Region nicht dulden.“ An eine vergleichbare Razzia kann sich Reinhard Rothgerber, der sein neun Jahren im Polizeipräsidium Trier arbeitet, nicht erinnern . Das Präsidium hatte gemeinsam mit der Polizeiinspektion Wittlich und der Bereitschaftspolizei mit 300 Beamten in der Nacht zum Sonntag das Skinhead-Konzert auf einer Grillhütte im Wittlicher Stadtteil Bombogen aufgelöst … Die Beamten, die mit Flaschen und Gegenständen beworfen wurden, stellten eine Reichkriegsflagge und eine Hakenkreuzfahne sicher.  …“ (more)

Nun mag man zwar als Trierer denken: Wittlich, da ist das alles kein Wunder, dass die Stadt IC-Bahnhof ist, ist schon das schmeichelhafteste was es darüber zu sagen gibt, aber das stimmt nicht. Es sei vielmehr erinnert, dass es in Wittlich diesen Herbst eine umfangreiche Veranstaltungsreihe zum Thema Nationalsozialismus, Antisemitismus und 70 Jahre Pogromnacht gibt, mit Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen u.v.a.m. von denen man in Trier ruhig eine Scheibe sich abschneiden könnte. Mehr Informationen dazu hier.

„Neuer“ alter Antisemitismus – Interview bei 16vor

Letzten Freitag hielt Olaf Kistenmacher im Rahmen der Ausstellung „Das hat es bei uns nicht gegeben – Antisemitismus in der DDR„, welche momentan in der VHS Trier gezeigt wird, einen Vortrag mit dem Titel „Was ist neu am ’neuen Antisemitismus‘? Antizionismus in der KPD der Weimarer Republik“. Passend hierzu veröffentlichte das Trierer Nachrichtenportal 16vor bereits am 13. August ein Interview mit Kistenmacher, in dem es unter anderem um dieses Thema und allgemeiner um Antisemitmus bzw. -zionismus in der Linken geht.

Mehr zum weiteren Rahmenprogramm der Ausstellung findet sich hier.

Vorträge zum Antisemitismus

Die DIG Trier lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung ‚Das hat’s bei uns nicht gegeben‘ – Antisemitismus in der DDR.

Die DDR war nach ihrer eigenen Selbsteinschätzung ein antifaschistischer Staat. Doch auch die DDR hatte sich mit dem nationalsozialistischen Erbe auseinander zu setzen. In den Familien oder Gemeinden fand aber in der Regel keine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit statt. So blieb der Bodensatz des Antisemitismus unangetastet. Bis heute hält sich der Mythos, es hätte in der DDR keinen Antisemitismus gegeben. Bezüglich Israels entwickelte sich ein eigener Ressentimentkomplex, der Antizionismus.

Zur Eröffnung spricht Prof. Dr. Arno Lustiger am 13. August 2008 um 20 Uhr im Vortragssaal der VHS über das Thema Stalin und die Juden. Antisemitismus und Antizionismus in der Sowjetunion.

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