04.06. – Film „Wenn das Land zur Ware wird“

Die AG Frieden Trier zeigt am morgigen Mittwoch, den 04. Juni 2014, die Doku „Wenn das Land zur Ware wird“. Der Film behandelt die Zerstörung der Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung in Südmexiko. Die Vorführung beginnt um 20 Uhr im Friedens- und Umweltzentrum (Pfützenstr. 1, Trier).

Der Film problematisiert die Bedrohung der indigenen Gemeinden in Südmexiko durch Monokulturen, Infra­struk­turausbau, Tourismusprojekte und Repression. Die kleinbäuerlichen Dorfgemeinschaften funktionieren bis heute auf der Basis von traditioneller Versammlungskultur, Selbstorganisation, Gemein­schaftsarbeit und Subsistenzwirtschaft zur Grundversorgung mit Nahrungsmitteln. Das Land, das in der Kosmovision der indigenen Bevölkerungsgruppen als „Mutter Erde“ verstanden wird, gerät jedoch zunehmend ins Visier von Politik und Wirtschaft: Die Gemeindeländereien werden zunehmend in eine Ware konvertiert – in aller Regel ohne die betroffenen Menschen zuvor zu konsultieren, was nach internationalen Abkommen, die Mexiko unterzeichnet hat (u.a. ILO-Konvention 169), die Pflicht der mexikanischen Regierung wäre.

Ölpalmen- und Jatrophaplantagen, Autobahnen, touristische Ausflugsorte und die unter immensem Druck erzwungene Zusammenfassung von indigenen Dörfern in so genannte Landstädte sind nur einige Beispiele für neoliberale und technikgläubige „Entwicklungsprojekte“, die direkt oder indirekt die Lebensgrundlagen und Lebens­weisen der Indigenen angreifen und die Umwelt schädigen. Neben dem friedlichen Widerstand der betroffenen Bevölkerungsgruppen, die für ein selbstbestimmtes Leben in Würde und im Einklang mit der Na­tur kämpfen, thematisiert das Projekt auch die Verbindungslinien zu urbanen Regionen und uns Konsu­ment*in­nen im reichen Norden, denn der Hunger nach Palmfett, Biosprit und komfortabel-exotischem Tourismus wächst weiterhin. Es ist das Ziel des Projektes, umfassend über die genannte Themen zu informieren, Erfahrungen der betroffenen Personen vor Ort weiterzugeben, die Menschen in Deutschland zum Erkennen, Bewerten und Handeln im Rahmen des Themenkomplexes zu motivieren, zur Vernetzung von sozialen Bewegungen beizu­tragen und den demokratischen Widerstand der Gemeinden und Organisationen vor Ort für ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu unterstützen.

MEX/BRD 2013 – 71 min. Produktion: Dorit Siemers, Luz Kerkeling Zwischenzeit e.V.

Vorführung und Nachgespräch mit Mitgliedern der AG Frieden Trier / YA Basta Netzwerk

27.03. – „Demokratieentwicklung und die Rolle der Gewerkschaften in Indonesien“ @ Trier

Am Mittwoch, den 27. März 2013 werden mehrere indonesische Gewerkschafter und NGO-Vertreter auf einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in der Universität Trier sein. Indonesien, das viertbevölkerungsreichste Land der Erde und zugleich das Land mit den meisten Muslimen weltweit, hat sich in den letzten 15 Jahren von einer autoritären Diktatur zu einer fragilen Demokratie gewandelt. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften haben einen großen Beitrag für die wesentlich verbesserte Situation der Menschen- und Arbeitnehmerrechte geleistet. Dennoch stehen sie noch vor vielen Hürden, um ihre Ziele auch effektiv umsetzen zu können.

Die indonesischen Gäste sind im Einzelnen:

– Chrisman Hadi, Paguyuban Suroboyo Tangi (PST, Surabaya Progressive Community)
– Danu Rudiono, INDEC Surabaya (Indonesia Development Concern); Education and Training Division of Serikat Buruh Regional (Regional Labour Union) Surabaya
– Anwar “Sastro” Ma’ruf, Confederation of Indonesian People’s Movements (KPRI)
– Mukhtar Guntur Kilat, National Union Confederation

Nach einem kurzen Einführungsvortrag durch einen der indonesischen Aktivisten sollen in einer Diskussion die verschiedenen Aspekte des Themas „Demokratieentwicklung und die Rolle der Gewerkschaften in Indonesien“ diskutiert werden. Die Veranstaltung wird von 16.15 Uhr – 17.45 Uhr in Raum A 7 im A-Gebäude der Universität Trier (Campus I) stattfinden und steht allen Interessierten offen.

Veranstalter: AG Frieden Trier

Vortragsreihe der AG Frieden zu China

Im Kontext kürzlich zu Stande gekommenen Städtepartnerschaft zwischen Trier und dem chinesischen Xiamen, veranstaltet die AG Frieden zwei Vorträge die sich kritisch mit der Situation in China und der Rolle von Städtepartnerschaften auseinander setzt:

1. China zwischen Krise und Revolte – Land der Widersprüche und des Widerstands
18. Februar 2011 – 20.00 Uhr @ Friedens- und Umweltzentrum, Pfützenstr. 1, 54290 Trier

Referent: Vertreter von gongchao.org / Assoziation A (Hrsg. von „Auf­bruch der 2. Generation. Wander­arbeit, Gender und Klassen­zusammen­setzung in China“

Vortrag zur aktuellen Situation in China mit einem kriti­schen Blick auch auf die Widersprüche. Was sind die Hin­tergründe zu Chinas rasanter Entwicklung vom „maoisti­schen Armenhaus“ zum „Fließ­band der Welt“ mit Men­schenrechtsverletzungen und Aufstandsbekämpfungen. Wie ist die Situation der Wanderarbeiterinnen, die vor al­lem in Sonderwirtschaftszonen wie Fujian (inklusive Xia­men) unter sehr prekären Bedingungen für den Export schuften?

„Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn die Kommunis­tische Partei Chinas in eine Krise stürzte, nicht durch den Zusammenbruch des Kommunismus 1989, son­dern durch die krampfhaften Zuckungen des Kapitalis­mus des Jahres 2009.“ (Financial Times, 16.12.2008)

„Die chinesische Führung ist zunehmend besorgt über die Abkühlung der eigenen Wirt­schaft und die stei­gende Ge­fahr von Protesten arbeitsloser Arbeiter­Innen. Die Politiker „sind schon in einem Zustand der Panik“, sagte Qu Hong­bin, Chef­volkswirt der HBSC. (International Herald Tribune, 23.1.09)

China ist mit über 1,3 Milliarden Menschen das größte Land der Welt und ist in den letzten Jahren zur drittgröß­ten Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Durch die Öffnung und In­dustrialisierung in den letzten Jahrzehnten entwi­ckelte sich China zum Billig-Fließband der Welt und tritt heute weltweit als Investor und Geldgeber auf. Der im­mense

Industriali­sierungsprozess hat in den letzten zwan­zig Jahren Millio­nen WanderarbeiterInnen vom Land in die Städte und Son­derwirtschaftszonen wie Xiamen gezogen, wo sie in den Fabriken, auf dem Bau, als Hausangestellte usw. oft unter katastrophalen Bedingungen

arbeiten. Ihre Ausbeutung und ihr Kämpfe haben seit 2003 deutlich an Dynamik ge­wonnen und setzen das Regime unter Druck. Durch die weltweite Krise werden die sozialen Beziehungen in China erneut um­gewälzt. Die Kommunistische Partei versucht mit den Aus­wirkungen der Krise fertig zu

werden, Aufstände werden nie­dergeschlagen, Proteste unterdrückt. Wenn das chinesische Regime bzw. die Kapital­herrschaft in China ge­schwächt wer­den, sind große Auswirkungen auf die übrige Welt zu erwar­ten. Bei Bekleidung, Spielzeug, Unterhal­tungselektronik und Computertechnik: „Made in China“ do­miniert die westlichen Märkte. Die Prozesse in China zu kennen ist wichtig, um die welt­weiten Zusammenhänge von Krise und sozialen Kämpfen zu verstehen. Wir sollen Angst haben vor den Fremden, wie den billigen ChinesInnen, die uns die Jobs wegneh­men, Schuld waren an den Preissteige­rungen und auch noch alle Auto fahren wollen.

Wie sieht die Krise des chinesischen Kapitalismus aus? Welche Auswirkungen hat die Krise dort und weltweit? Wie sieht die Überwachung und Auspressung am Fließ­band aus, welche Widerstandsformen haben Arbeiterin­nen und Arbeiter entwickelt? Wie sehen Strategien der Angst (vor der Krise) und bürgerliche Krisenerklärun­gen sowie

nationalistischen Tendenzen aus? Welche Chancen entstehen in den sozia­ler Umwälzung und Kämpfen in der Krise, wie können soziale Be­wegungen aus allen Ecken der Welt vonein­ander lernen? Was kann der kapitalisti­sche Kri­sendynamik entgegen­gesetzt werden um eine so­lidarische Gesell­schaft und Gerechtigkeit zu ermöglichen? Über dies und weitere Fragen soll im Vortrag und der anschließenden Diskussi­on gesprochen werden.

2. Partnerschaft mit China ohne Sozialstan­dards?
23. Februar 2011 – 19.00 Uhr @ Friedens- und Umweltzentrum, Pfützenstr. 1, 54290 Trier

Referentin: Sabine Ferenschild (Südwind Institut /Ökum. Netz Rhein-Mosel-Saar, aktiv im Ak RLP-Fujian)

Fragen zu Men­schenrechten und Sozial­standards in China, sowie unsere Verant­wortung als Asylland und Importziel im Rahmen von (Städte)-Partnerschaften.

Seit Februar 2009 existiert eine Städtepartnerschaft zu Xiamen – am 11.11.2010 wurde sie von Protesten beglei­tet feierlich unterzeichnet. Xiamen die „sauberste Stadt Chinas“, Teil einer wirtschaftlich bedeutenden Sonder­wirtschaftszone ist zudem Universitätsstadt. Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in China, be­sonders in Sonderwirtschaftszonen wie Fujian oder bei­spielsweise im Arbeitslager in Xiamen aber auch die Si­tuation chinesischer Flüchtlinge in Trier sind scheinbar (bisher) kein Thema bei der Länder- und Städtepartner­schaft. Im Rahmen der zahlreichen Partnerschaftsaktivi­täten sind Arbeits- und Sozialstandards also noch nicht im Blick. Das will die Arbeitsgruppe „Keine Partnerschaft ohne So­zialstandards!“ ändern, die sich mit der Wirt­schaftspartnerschaft Rheinland-Pfalz — Fujian – wo auch Xiamen da­zugehört – beschäftigt.

Die AG besteht aus mehreren Or­ganisationen, die seit vielen Jahren die „Kampagne für Saubere Kleidung“ unterstützen. Also ein Engagement für Kleidung, die zu fairen Bedingungen un­ter Einhaltung von Sozialstandards produziert wird. Zur AG gehören das Amt für Jugendarbeit der Ev. Kirche im Rheinland, DGB Rheinland Pfalz, EIRENE International, Katholische Ar­beitnehmerbewegung im Bistum Trier (KAB), Katholische Studierende Jugend im Bistum Trier (KSJ) und das Öku­menisches Netz Rhein- Mosel-Saar. Ein Mitglied der Ar­beitsgruppe wird über Hintergründe in China und hier in Rheinland-Pfalz sowie Perspektiven des Engagements berichten. Dabei sollen auch folgende Fragen erörtert werden:

* Wem und was dient die Partner­schaft, wer profitiert da­von? Wird in der Städtepartnerschaft Trier-Xia­men nur über Kultur, Bildung und Wirtschaft gesprochen?
* Warum sind Menschenrechte und die deutsche Abschie­bepolitik da­bei (bisher) kein Thema?
* Wie kann die Menschenrechtssi­tuation in Rheinland Pfalz und Chi­na verbessert werden?
* Inwieweit sind faire Bekleidung eine sinnvolle Alternative zu chine­sischen Textilprodukten?
* Was können wir auch im Rahmen der Partnerschaft tun, welche Strategien machen Sinn?