Autonome Antifa Trier veröffentlicht Jahresrückblick 2013

Die Autonome Antifa Trier (AAT) hat gestern ihren Rückblick auf das Jahr 2013 veröffentlicht. Im Folgenden dokumentieren wir das Vorwort:

Zum Download des Jahresrückblicks auf das Bild klicken.

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Im Dezember 2012 veröffentlichten wir unsere Broschüre „Neonazis in Trier – eine Be­standsaufnahme“, in der wir die Neonaziszene in Trier und Umland unter die Lupe nahmen. Auch 2013 setzten wir diese kritische Auseinandersetzung mit der regionalen Neonaziszene fort.

Die Arbeit der Autonomen Antifa Trier war aber auch 2013 viel breiter als die alleinige Beschäftigung mit den hiesigen Nazis – hier vor allem die NPD Trier, samt ihres Kundgebungszirkusses. Unserem Verständnis über einen konsequenten Antifaschismus liegt die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturen und Zuständen zu Grunde, die unseren Vorstellungen über ein gutes und solidarisches Leben für alle entgegenstehen. Dass diese grundlegende Kritik an der kapitalistischen und deutschen Normalität so aktuell wie eh und je ist, zeigte sich auch im vergangenen Jahr schmerzhaft. In Orten wie Schneeberg, Berlin­-Hellersdorf oder Duisburg, um nur einige zu nennen, formierte sich der rassistische Mob und hetzte gegen Flüchtlinge. Gleichzeitig starben hunderte Flüchtlinge bei dem Ver­such, die vermeintlich sichere Zuflucht Europa zu erreichen. In diesem Zusammenhang fand im Sommer in Trier eine Demo statt, um diese rassistischen Zustände und insbesondere die europäische Abschottungspolitik anzugehen.

2013 gab es in Trier aber auch noch weitere Themenfelder linker und emanzipatorischer Politik: So organisierten sich beispielsweise Menschen, um eine aktuelle feministische Kritik und Politik zu stärken und zu etablieren. Gründe dafür gibt es mehr als genug. Nicht erst
2013 wurde deutlich, in wie vielen Formen die bestehenden Verhältnisse ihr unmenschliches und unterdrückendes Gesicht zeigen. Ganz nebenbei befindet sich der Kapitalismus in einer seiner vielen und wohl auch nicht letzten Systemkrise. Anstatt aber das Problem im kapita­listischen System selbst zu sehen, führte und führt diese Krise zu einer autoritären Sparpolitik, welche sich unter der Führungsrolle Deutschlands in Europa mit allen Mitteln – und allen Folgen zum Trotz – durchsetzt.

Wo kann Antifaschismus also ansetzen und was können wir tun, um diesen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen? Klar ist: Will man Probleme an der Wurzel lösen, muss man diese im Kontext verstehen. Schnell wird aber deutlich, dass es hier um die gesamtgesellschaftliche Soße geht und damit unterschiedlichste Themen in den Fokus geraten. Das spiegelt sich auch in den Schwerpunkten des vergangenen Jahres wider.

So soll dieser „Jahresrückblick“ nicht wie so oft bei schönen und emotionalen Bildern stehen bleiben. Ziel ist es vielmehr, einen kurzen Rückblick auf die Themen vorzunehmen, die 2013 in Trier und darüber hinaus für uns wichtig waren und diese in einen Zusammenhang zu stellen. Auch wollen wir uns bei unseren vielen Unterstützer*innen bedanken und allen Leuten, die diese Zustände genauso ankotzen wie uns, viel Kraft für 2014 wünschen.

Eure Autonome Antifa Trier
Februar 2014

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