Veranstaltungsreihe „Moderne Kriege und Strategien gegen die Militarisierung“

Veranstaltungsreihe der AG Frieden Trier in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP „Moderne Kriege und Strategien gegen die Militarisierung“, jeweils um 20 Uhr im Friedens- & Umweltzentrum (Pfützenstraße 1, Trier):

1. Medienkrieg Zur Banalisierung des Militärischen in Medien und politischen Kultur
Mi 24. April 20h FUZ mit Michael Schulze von Glaßer (Journalist und Autor)

Die Militarisierung der Ge­sellschaft am Beispiel des Militainment (Militär und Entertain­ment) wird kritisch beleuchtet: Bewegte Bilder und Anima­tionen zur Unterhaltung werden in den Dienst des Militärs gestellt, Video­spiele, Filme und Print­medien unterstützen den Werbe­feldzug der Bundeswehr.

Es geht um (westliche) Feindbilder, virtuelle Dar­stellungen realer, auch deutscher Waffensysteme und um Software für Schießsimulatoren. Welche politische Aussagen verbreiten Computerspiele, was transportieren vom Militär gesponserte Spielfil­me und Serien?

Neben der kritischen Darstellung dieser „öffentli­chen Mobilisierung zum Krieg durch elektronische Medien“, wird der Referent auch Protestformen und friedenspolitische Interventionen aufzeigen.

Referent: Michael Schulze von Glaßer (Journalist und Buchautor) Bücher: „An der Hei­mat­front – Öffentlichkeits­arbeit und Nach­wuchswerbung der Bundes­wehr“ 2010; „Soldaten im Klas­senzimmer. Die Bundeswehr an Schulen“ 2012. IMI-Studien: Spec Ops-The Line: Das virtuelle Schlacht­feld; Wave and Smile: Comics ziehen in den Krieg

2. Städtekrieg – Schlachtfeld Innenstadt
Mo 6. Mai 20h FUZ mit Claudia Haydt (Informations­stelle Militarisierung Tübingen)

Wie die Bundeswehr sich für den Einsatz im In­nern rüstet und urbane Aufstands­bekäm­pfung übt – am Beispiel des Gefechts­übungs­zentrum ‚GÜZ‘. Bis 2016 entsteht in der Colbitz-Letzlinger Heide ein militärisches Ausbildungszentrum für den Städte­kampf. Neben kosovo-albanischen und afghanischen Dörfern entsteht jetzt ein neuer »Urbanen Ballungs­raum: ‚Schnöggersburg‘ ist eine 6 km² große Stadt mit U-Bahnhof, Autobahnauffahrten, Slums und Re­gierungsgebäuden. Was die Verfassungsrichter im August 2012 ermöglichten, kann zukünftig in der Alt­mark geübt werden: der Einsatz der Bun­deswehr in Inland – teilweise gemeinsam mit der Po­lizei. Gegen ein Protestcamp im Sommer 2012 wur­de diese Zu­sammenarbeit schon praktiziert. Kosten des GÜZ bisher 1 Mrd €! Der Häuser­kampf in moder­nen Groß­städten soll mit weiteren 100 Mio € geför­dert werden. Die Bundesregierung gibt in einer Anfra­ge zu, daß die urbanen Kriegsstra­tegien ohne Beteili­gung des Parlaments in den Aus­bildungs­betrieb auf­genommen wurden. Dort sollen nicht nur Über­wachungs­drohnen, son­dern auch Kampf­drohnen den Einsatz über Bal­lungsräumen üben.

Der Vortrag wird zu­dem darüber informieren welche Bedeutung Reservis­ten und die neu aufge­stellten regionalen Unterstüt­zungskräfte (auch be­kannt als Heimat­schutzkommandos) für einen Ein­satz der Bundes­wehr im Inne­ren haben. Welche Protestfor­men und Kritikpunkte gegen diese Entwick­lung exis­tieren, welche Mög­lichkeiten und Chancen zur Kon­version (Umwand­lung in zivile Nutzung)?

Referentin: Claudia Haydt (Informations­stelle Militarisierung Tübingen)

3. Drohnenkrieg = Krieg gegen Demokratie und Menschenrechte
Do 16. Mai 20h FUZ mit Thomas Mickan (Informations­stelle Militarisierung Tübingen)

„Der Appe­tit der Poli­tik wird abnehmen, solche Einsät­ze wie Af­ghanis­tan zu wie­derholen“, deshalb sind Kampfdroh­nen künftig „strate­gisch-taktisch unverzicht­bar“ so der Inspekteur der Bundesluftwaffe. Auch der Verteidigungsminister be­fürwortet die unbemann­ten und ferngesteuerten Luft­fahrzeuge für den Kriegsein­satz. Mindestens 600 Mio € lässt sich das Verteidi­gungsministerium die Entwicklung einer eigenen Kampf­drohne im EU-Rahmen kosten. Die öffentliche Debatte ist ent­brannt. „Die Grenze zu extralegalen Hinrichtungen ist ganz schwer zu ziehen“ kritisiert der Trierer Bischof Ste­phan Ackermann (18.9.12 Trieri­schen Volks­freund) er fordert eine breite Diskussion über die Auswirkun­gen auf das ethische Ziel der Ge­waltminimierung.

Die Kritik:

  • Internationale Kampfein­sätze sind damit leichter zu führen, weil sie losge­löst von eigenen Op­fern, von realen Einsatzer­fahrungen möglich werden.
  • Zivilisten, dar­unter auch Kinder, werden Op­fer von Drohnenangrif­fen. Es gibt keine „prä­zisen“, „chirurgi­schen“ Drohnenangrif­fe (Rüs­tungsindustrie).
  • Drohnene­insätze wür­den ohne Parla­mente und juris­tische. Ein­klagbar­keit geführt.
  • Töten mit Drohnen sei spiele­risch leicht und heim­tückisch, niemand weiß, wann sie wieder zu­schlagen und so­mit ist die Bevöl­ke­rung permanent terro­risiert.
  • Droh­nen bringen Rüs­tungskonzernen riesige Profite

Die friedenspoliti­sche Kam­pagne ge­gen Drohnen für Krieg, Überwa­chung und Un­ter­drückung wird im Vortrag vorgestellt.

Referent: Thomas Mickan (IMI Tübingen)

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