29.09. – Aktionstag „umFAIRteilen“

Am 29.September 2012 findet bundesweit der Aktionstag „umFAIRteilen“ statt. In Trier wird der Tag von einem lokalen Aktionsbündnis unterstützt. Von 11-15 Uhr wird das Bündnis für seine Forderungen vor der Commerzbank in der Brotstraße, Ecke Jesuitenstraße werben. Die Aufführung von Augusto Boals Stück „Revolution auf südamerikanisch“ als Straßentheater um 13Uh runterstützt die Forderung nach einer Vermögenssteuer gegen Sozialabbau in Deutschland.

„Der öffentlichen Hand fehlt das Geld für wichtige Investitionen, dem stehen gigantische private Vermögen entgegen. Sie müssen wieder an der Finanzierung unseres Gemeinwesens beteiligt werden -mit einer einmaligen Vermögensabgabe und einer dauerhaften Vermögensteuer.“ so die Forderung des Aktionstages.

„Die sozialpolitische Wirklichkeit in Deutschland ist verheerend,“ erklärt Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft Frieden in Trier. „Die Kommunen sind pleite. Einsparungen im sozialen und kulturellen Bereich, sind auf allen politischen Entscheidungsebenen vorzufinden. So mussten wir im Juli dieses Jahres mit ansehen, wie den sozialen Trägern in Trier 5% der Gelder weggekürzt worden sind. Durch die rigide Sparpolitik von Bund und Ländern, wird diese Lage zusätzlich angespannt.“ mahnt Pflüger an und erklärt die Ziele des Aktionstages umFAIRteilen:

„Das reichste Zehntel in Deutschland besitzt 60% des Geld und Sachvermögens. Trotz Wirtschafts- und Währungskrise ist der Reichtum in Deutschland angestiegen, jedoch wird er nicht sozial verteilt. Wir wollen eine Umverteilung von oben nach unten und fordern deshalb eine Vermögenssteuer. Damit könnten 20 Milliarden Euro eingenommen werden, die gegen den Sozialraubbau eingesetzt werden können.“

Die Aufführung des Stückes „Revolution auf südamerikanisch“ wird von der Theatergruppe Kreuz&Quer aufgeführt. Im Mittelpunkt steht der Otto-Normal-Brasilianer José da Silva. Er ist einarmer Arbeiter, der einfach nur nach der Arbeit genügend Geld haben möchte, um sich und seiner Familie mit Essen zu versorgen. Doch anstatt Unterstützung von seinem Chef, der Wirtschaft oder Politik zu erhalten, wird er zum Spielball der Politik. Während sein Kollege Zequina zur Revolution aufruft, erhofft sich José wenigstens hier durch etwas zu Essen zubekommen. Stattdessen gerät er in eine Inszenierung einer „Revolution der moralischen Werte“, die nur eine weitere Spielart der Politik ist und sich nicht um die Bedürfnisse des kleinenMannes auf der Straße kümmert.

„‘Revolution auf südamerikanisch‘ ist ein eParodie der politischenVerhältnisse, die nicht nur zu Südamerika passt, sondern Allgemeingültigkeit besitzt.“ erklärt Regisseur Marc-Bernhard Gleißner. „Die Moral des Stückes ist, dass der kleine Mann von der Straße stirbt und die Regierenden niemanden mehr haben, den sie regieren können. Das Stück zeigt in seiner absurden Darstellung, dass Regieren Verantwortung für alle Menschen bedeutet. Nicht nur für die, die Macht und Vermögen haben, sondern gerade für die, die der Unterstützung bedürfen.“

Neben dem Theaterstück werden Informationen der beteiligten Gruppen zum bundesweiten Aktionstag verteilt, Informationen: http://umfairteilen.de/

Aktionsbündnis umFairteilen Trier
Sozialforum Trier, AGFrieden Trier, Multikulturelles Zentrum Trier, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Trier, Attac Trier und Bernkastel-Wittlich, Theatergruppe Kreu&Quer, DGB Trier, Verdi Trier, IG Metall Trier, DPVKOM Trier-Wittlich, solid links­jugend Trier-Saarburg, DieLinke TrierSaarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und RV Eifel-Mosel, Jusos Trier, SPD Trier, AG für Arbeitnehmerfragen in der SPD Trier, Bündnis ‘90/DIE GRÜNEN Trier u.a.

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Ein Kommentar zu “29.09. – Aktionstag „umFAIRteilen“

  1. FAIRgesellschaftung statt Almosen:
    Armut abschaffen, nicht verwalten!

    Der neue Sozialreport hat es wieder bewiesen, wer es bisher noch nicht glauben wollte, darf sich jetzt empören: Die Schere zwischen Arm und Reich ist noch größer geworden. Auch in Trier macht sich die Verarmung in sozialen und kulturellen Einsparungen spürbar. So sei z.B. an den Protest der JugendarbeiterInnen erinnert, die ihre bisherige Arbeit unter dem Spardiktat nicht aufrechterhalten können. Genug Grund zum Aufregen gibt es natürlich. Die Kosten der Krise sollen beglichen werden, indem man den sozialen und Bildungssektor totspart?! Eine Vermögenssteuer erscheint da eine sinnvolle Sache zu sein. Gemäß dem Motto „Wer den Reichen nichts nimmt, kann den Armen nichts geben“ würde sie Summen in die Staatskasse spülen, die dann sinnvollen sozialen Aufgaben zur Verfügung stünden. Eine solche gesetzlich festgeschriebene Spende würde also eventuell eine größere Verelendung verhindern. Deswegen ist die Forderung einer „Reichensteuer“ naheliegend.
    Mehr als ein Almosen kann sie aber nicht sein. Es würde keineswegs an dem Zustand gerüttelt, dass es überhaupt Arme und Reiche in unserer Gesellschaft gibt. Seit der Kindheitsphase des Kapitalismus, in der die ArbeiterInnen wie die Fliegen starben, hat die herrschende Klasse einiges dazu gelernt. Sozialgesetze oder die ersten Gesetze zur Beschränkung des Arbeitstages sind natürlich auf Druck vonseiten der Arbeiterklasse umgesetzt worden und verhindern ihr Aussterben. Nichtsdestotrotz liegt diese Minimalsicherung der ArbeiterInnen im Interesse des Staates und des Kapitals. Ohne Lohnarbeit gibt es eben auch keinen Profit. Dass Deutschland Exportmeister innerhalb der EU ist, liegt nicht zuletzt daran, dass die Lohnstückkosten in Deutschland so klein sind, die Profitrate groß. Die Reservearmee der Arbeitslosen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: sie wird tagtäglich als Lohndrücker (und alle Gesetze zur Ausweitung des Niedriglohnsektors und prekärer Beschäftigung bestätigen das) gegen die restlichen „Glücklichen“, die noch in einem Arbeitsverhältnis stehen, ausgespielt. Wir wollen deutlich machen: der vom bösen Markt korrumpierte neutrale Staat ist ein Irrglaube. Der bürgerliche Staat, wie wir ihn heute kennen, ist mit der Etablierung des Marktes auf den Plan gerufen worden und steht nicht in einem Widerspruch zu ihm. Es fehlt ihm heute auch nicht am nötigen Kleingeld, um das Leben seiner Staatsinsassen angenehmer zu gestalten- es fehlt ihm der Wille. Wenn dem Staat etwas am Herzen liegt, wie z.B. die Bankenrettung, kann er im Nu die nötigen Summen dazu aufbringen.
    Deswegen fordern wir:
    Solidarität statt Spaltung: Organisiert euch und erkämpft gemeinsam eure Rechte! Abschaffung der Armut statt Armenverwaltung! Friede den Hütten,
    Krieg den Palästen!
    FAIRgesellschaftung der Produktion!

    Flugblatt der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend Trier

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