Tagung zur extremen Rechte in Frankreich (Saarbrücken)

Vom 27. bis zum 28. Mai 2011 findet in Saarbrücken eine Tagung zur extremen Rechten in Frankreich und ihrer Bedeutung für die deutsche Neonazi-Szene statt. Der Fokus liegt dabei auf Elsaß-Lothringen und der Grenzregion.

Referent_innen sind unter anderem Bernard Schmid, Volkmar Wölk und die Antifa Saar/Projekt AK. Veranstaltet wird die Tagung vom CriThink e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Saar und Rheinland-Pfalz. Anmelden kann man sich unter info@crithink.de.

Im Ankündigungstext heißt es:

Mit der extremen Rechten in Frankreich verbindet man in erster Linie den Front National. Doch welche Rolle spielt dieser tatsächlich und welche Parteien, Organisationen und Gruppierungen existieren darüber hinaus im an Deutschland angrenzenden Elsass-Lothringen? So berichteten die französischen Medien 2010 von vermehrten Anschlägen mit fremdenfeindlichem bzw. antisemitischem Hintergrund auf jüdische und muslimische Einrichtungen. Wer steckt dahinter und wie gehen in Frankreich die betroffenen Gruppen, die Bevölkerung und die Behörden damit um?

Zudem berichten engagierte Antifaschist_innen immer wieder davon, dass in Frankreich Konzerte mit deutschen Neonazi-Bands stattfinden. Organisiert werden diese Veranstaltungen mit teilweise über 1000 Besucher_innen von einem Netzwerk, das weltweit agiert. Nazi-Bands, deren Texte in der Bundesrepublik schon seit Jahren auf dem Index stehen, können in kommunalen Einrichtungen, wie beispielsweise Turnhallen, auftreten, ohne auf staatliche Repressalien oder antifaschistischen Widerstand zu treffen. Wir wollen beleuchten, welche Organisationsstrukturen hinter solchen Konzerten stehen und welche Bedeutung die Region Elsass-Lothringen für die deutsche Neonazi-Szene hat.

Im Saarland wurde der Gründer der „Jungen Volksdeutschen Elsass-Lothringens“ in den Vorstand des Landesverbandes der NPD gewählt. Am 12. März 2011 trat eine Vertreterin des Front National als Rednerin auf einer Demonstration des „Nationalen Widerstand Zweibrücken“ auf. Anlass war der Jahrestag der Bombardierung Zweibrückens, der ersten sich selbst als „judenfrei“ feiernden Stadt im Dritten Reich.

Vertreter der Nouvelle Droite Populaire (NDP) sind regelmäßig bei der Saar-NPD als Gäste geladen und erscheinen auch mit größeren Delegationen. Wir wollen beleuchten, inwiefern die Vernetzung deutscher Neonazis mit extremen Rechten in Frankreich von Bedeutung ist und welche Strukturen dabei federführend sind.

Die Tagung wird sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch im grenznahen Elsass-Lothringen beworben. In der gemeinsamen Diskussion und vor allem im „Open Space“ soll die Gelegenheit gegeben werden, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen. Ein Fortschritt in der Vernetzung von Aktiven aus Frankreich und Deutschland ist eines der angestrebten Ziele der Tagung. Aus Frankreich haben bereits Vertreter_innen von Gewerkschaften und im Themenfeld Antifaschismus aktiven Basisorganisationen ihre Teilnahme an der Tagung zugesagt.

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