18.01. – Vortrag: „Renaissance der Revolte? Die Rolle des SDS 1968 und heute“ @ Uni Trier

Am 18. Januar 2011 wird Frank Deppe einen Vortrag mit dem Titel „Renaissance der Revolte? Die Rolle des SDS 1968 und heute“ halten. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Raum C10 der Uni Trier.

Zum Vortrag:

Prof. Dr. Frank Deppe geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob wir es auch in Deutschland mit einer Renaissance der Revolte zu tun haben und diskutiert, welche Rolle der neu gegründete SDS heute wieder spielen kann.

Zum Hintergrund:

Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) war eine der zentralen Gruppierungen in der Revolte von 1968. Proteste gegen den Vietnam-Krieg, die Notstandsgesetze und die Struktur der Hochschule mündeten in eine anti-autoritäre Revolte, die bis heute Einfluss auf die bundesdeutsche Gesellschaft hat. Doch es scheint, als sei die historische Flut von 1968 zur Jahrtausendwende ausgelaufen und eine neue Epoche politischer und wirtschaftsliberaler Restauration habe begonnen.

Die Demokratie wird entdemokratisiert, sie wird autoritärer, elitärer, ungleicher. Das bleibt nicht ohne Folgen. Es gibt neue Proteste, neuen zivilen Ungehorsam, neue Akteure. In Europa, vor allem in Frankreich, Griechenland, Portugal und jüngst in Großbritannien revoltieren die Menschen. Auch hier: Ob Proteste gegen Stuttgart 21, ziviler Ungehorsam gegen Castor-Transporte und Nazi-Aufmärsche oder die Bildungsstreiks – die Protest-Temperatur steigt auch in Deutschland wieder.

Zum Referenten:

Frank Deppe studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und der Philipps-Universität in Marburg Soziologie, Politikwissenschaft und Nationalökonomie. Er war Mitglied des SDS sowie Mitglied im „Zentralen Ausschuss der Kampagne für Demokratie und Abrüstung“. 1967 gründete er das Sozialistische Zentrum mit. 1968 wurde Deppe bei Wolfgang Abendroth in Marburg mit einer Arbeit über Louis-Auguste Blanqui promoviert; 1972 habilitierte er sich.

Zwischen 1968 und 1972 war er Akademischer Rat am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg. 1972 erhielt er einen Ruf auf den dortigen Lehrstuhl für Politikwissenschaft. Er war Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung und Leiter der Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaften (FEG) beim Institut für Politikwissenschaft. 2006 wurde er emeritiert. Er ist Mitglied der Partei Die Linke und im wissenschaftlichen Beirat von Attac.

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