Euphemismen und Narrative

Der Volksfreund-Online bringt heute folgende DPA Meldung:

„Zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist zu Beginn des neuen Schuljahres ein Streit über den Umgang mit dem Holocaust und der Vertreibung von Palästinensern ausgebrochen“

Ja, einen „Streit“ kann man das natürlich auch nennen. Obwohl „Streit“ ja vielleicht eher etwas ist, das zwischen Nachbarn ausbricht, wenn der Maschendrahtzaun nicht ordnungsgemäss gezogen ist, oder zwischen Politikern, wenn es um Gesundheitsreformen geht. In Israel gibts zwar auch einen Zaun, der allerdings zur Aufgabe hat, zu verhindern, dass die eine der beteiligten Parteien den Streit mittels menschlicher Bomben zu lösen versucht. Wie dem auch sei, wenn wir weiterlesen, erfahren wir folgendes über die Hintergründe:

„Die Hamas-Bildungsbehörde in Gaza drückte am Montag ihr «Erstaunen» aus, dass der millionenfache Mord an Juden während der NS-Zeit an Schulen der Vereinten Nationen in Flüchtlingslagern gelehrt werde. «Wir lehnen ab, dass unseren Schulkindern solche Gedanken und eine solche befremdliche Kultur gelehrt werden, die palästinensischem Gedankengut widersprechen

Weiter von Seiten der Hamas:

Wir haben herausgefunden, dass das Lehrbuch über Menschenrechte, das in der achten Klasse behandelt wird, eine Erklärung des jüdischen Holocaust beinhaltet. Dies wird in einer Art und Weise getan, dass der Holocaust bestätigt … wird […] Wir weisen mit aller Kraft zurück, dass unseren Kindern solche Lügen gelehrt werden, die von Juden erfunden und mit einer großen Propagandakampagne verbreitet wurden».

In der Tat! Das ist natürlich untragbar! Wo käme man denn hin, wenn Kinder in der Schule solche befremdlichen Sachen lernen wie Geschichte? Nachher kämen sie noch auf die Idee, lieber etwas ordentliches zu lernen anstatt den üblichen lokalen Bildungsweg zum Bombengürtelbauer oder Raketenwerfertrager einzuschlagen!

Stattdessen lehrt die Hamas lieber harte historische Fakten. Wie etwa, dass Tel-Aviv eine Jahrhunderte alte palästinensische Stadt sei und es einen Tempelberg in Jerusalem nie gegeben habe. Man muss der Hamas allerdings fast dankbar sein, dass sie ihre Auffassung von dem, was „palästinensisches Gedankengut“ sein soll (nämlich Judenhass),  so offen ausspricht.

Noch dankbarer muss man aber der UNRWA (dem „UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge“ und grösstem Dienstleister Palästinas) sein dafür, dass sie ihrerseits keinen Hehl macht, wie die Vereinten Nationen sich in diesem Konflikt positionieren:

„Ein UNRWA-Sprecher wies die Vorwürfe am Montag zurück. In den derzeitigen Lehrplänen für UN-Schulen gebe es keinerlei Hinweis auf den Holocaust“

Die „Debatte“ geht weiter …

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s