Proteste gegen NPD im Trierer Stadtrat

[UPDATE II: Es wird immer besser, inzwischen findet sich beim Volksfreund auch eine Fotogalerie mit Bildern der Proteste. Der Inhalt der Galerie legt nahe einen Contest für das schönste Foto Babics auszurufen…]

[UPDATE: Inzwischen ist ein weiterer Artikel zu der Stadtratssitzung auf 16vor erschienen, u.a. mit lustigen Bildern der Ordnungshüter. Außerdem gibts beim Volksfreund ein Video, was durchaus lustig anzuschauen ist.]

Was veranlasst einen Redakteur des Volksfreund bei Twitter öffentlich zu jammern, nun müsse die ganze Seite Eins der morgigen Ausgabe des Trier Lokalblättchens neu gemacht werden?

Genau. Ein „riesen eklat“ im Trier Stadtrat, wo heute die konstituierende Sitzung stattfand. Nun sind Stadträte ja normalerweise eher ein gemütlicher Schauplatz des etablierten Parteienklüngels als Orte aufregender Ereignisse. Trier war heute also augenscheinlich eine Ausnahme. Doch erstmal der Reihe nach.

Bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 gelang auch der NPD mit einem Sitz der Einzug in den Stadtrat. Namentlich Safet Babic – seines Zeichens mutmaßlicher Straßenschläger, Größter Jurastudent aller Zeiten (GröJaZ) und auch sonst ein durch und durch sympathischer Zeitgenosse – soll die rechtsextreme Partei im Stadtrat vertreten.

Anlässlich des ersten Zusammentretens dieses Gremiums am heutigen Tage rief das „Bündnis gegen Rechts“ zu friedlichem Protest gegen die Präsenz des Nazis auf. Wie der örtlichen Presse zu entnehmen ist, kamen 20 zum Teil vermummte Demonstranten“ und störten die Antrittsrede – welche hoffentlich bald auf der Weltnetzseite der Partei veröffentlicht wird – des Führers Babics so lautstark, dass Jensen die Sitzung abbrach und gemäß Gemeindeordnung die Sitzung vorübergehend unterbrach“, wie es der Trierische Volksfreund eloquent wie immer ausdrückt. Sodann ließ der Oberbürgermeister (SPD) die Demonstranten durch „Einsatzkräfte von Ordnungsamt und Polizei“ (16vor) unsanft aus dem Saal entfernen.

Zwischenzeitlich – so wird es kolportiert – hätten bereits „zahlreiche Ratsmitglieder, vor allem aus den Fraktionen von CDU und UBM aber auch Bündnis 90/Die Grünen und SPD den Saal verlassen“ (16vor). Die Fraktion der Linkspartei konnte den Saal nicht verlassen, da sich deren zwei Mitglieder gut eine Woche vor der Sitzung zerstritten hatten. Katrin Werner (DIE LINKE) verließ aber ebenfalls den Saal.

Ja so etwas hat Trier lange nicht erlebt. Beziehungsweise hat es das überhaupt schonmal in diesem beschaulichen Moselidyll gegeben? Nichts genaues weiß man nicht. Aber Marcus Stölb von 16vor kann uns beruhigen: „Verletzte gab es nicht.“ Und Tote wohl auch nicht. Puh, da hatten wir ja nochmal Glück gehabt…

Advertisements

8 Kommentare zu “Proteste gegen NPD im Trierer Stadtrat

  1. Ach du toller liebenswerter Infoladen. Auf dich kann man sich immer verlassen. Danke für diese wunderbare Einschätzung, da steigst auf meinem Infoladenranking wieder ein ganzes Stück nach oben. Wobei du ja immer die Nummer 1 warst.

    Daumen Hoch

  2. Hola Infoladen,

    ich wollte Dir nur sagen, das Katrin von der Linkspartei auch aus dem Ratssaal gegangen ist, während Babić gehetzt hat. Wäre schön, wenn Du das noch änderst!

    vielen lieben Dank.

  3. Pingback: Stilkritik: Aufstand im Trierer Stadtrat « Salon Marx

  4. Ich finde man braucht sich nicht zu wundern, jahrzehntelange Volksverarsche durch etabliert,
    nur Klüngel und Klientelpolitik
    der Bürger ein Stück Steuerknecht+Wahlvieh.
    Kleinere und alternative Parteien haben es versäumt rechtzeitig dem hilflosen gefrusteten Bürger Beistand und Alternativen zu bieten.
    Ging ja auch nicht, da so gut wie nicht politisch aktiv, nur das Protesfähnchen schwingend so läßt sich keine gute Politik für den kleinen Mann machen.
    Man siehts ja auch an dieser Sitzung, die Fraktion der Linken zertritten nur ein Ratsmitglied überhaupt anwesend, nadann.
    Es braucht einen dann nicht zu verwundern das vor allem junge gefrustete und perspektivlose Menschen oder andere alleingelassene die falsche Notlösung wählen, nämlich rechts.
    Für mich ist diese Tatsache in Trier(andere Städte können leider folgen)nur ein Armutszeugnis an unsere gesellschaftlichen Kräfte überhaupt und eine schallende Ohrfeige an alle Parteien, vor allem an die Etablierten die lieber weiter in die eigene Tasche wirtschaften, ihren jahrzehntelangen Politmurks weiterbetreiben und krampfhaft versuchen mit Verboten und Meinungsdiktatur der Gefahr von rechts Herr zu werden.

  5. Es ist dann wohl doch zu einfach die Wahlerfolge der NPD nur auf frustrierte Jugendliche zurück zu führen, die hätten auch die Linke oder sonstwas wählen können.
    Und woran machen Sie bitte fest, dass es in Deutschland eine „Meinungsdiktatur“ geben würde?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s