Die NPD und die Kulturpolitik

Auf der NPD Homepage gibt Safet Babic seine konkreten Vorschläge für die Zukunft der Stadt Trier zum Besten. Neben „Radrennen“ an der Mosel fordert er darin bezüglich der „Antikenfestspiele“  u.a. dies:

„Nach Auffassung der NPD kann es bei Verortung und inhaltlicher Ausrichtung bei den bewährten Konzepten bleiben, wenn auch die keltisch-germanische Vergangenheit Triers öfter in den Vordergrund gestellt werden sollte. Gerade die Überwindung der römischen Weltmacht vor genau 2000 Jahren in der Varusschlacht könnte der heutigen Generation die notwendige Inspiration für den anti-imperialistischen Befreiungskampf gegen die USA und ihrer Kollaborateure sein. Das Stadttheater sollte weiterhin Veranstalter bleiben“

Bereits 1933 wurde eine Aufführung eines Theaterstücks über besagte Schlacht ähnlich beschrieben als:

„… die Aufführung des Freiheitsschauspiels von der Einigkeit und Macht der deutschen Stämme im Kampf gegen den römischen Unterdrücker und dem gerade in heutiger Zeit so symbolhaft wirkenden Ausklang der Wahl eines großen Mannes zum Führer der geeinten Nation“

Wie inspiriert der antiimperialistische deutsche Befreiungskampf nach 1933 dann weiter ging, weiss man ja. Ganz so neu sind die Vorschläge Babics, der auch gerne mal ein Führer wäre, also nicht – wie das meiste, was in seinem Kopf vorgeht. Dafür kann er so gewichtige historische Vorbilder wie Joseph Goebbes oder Baldur von Schirach in Anspruch nehmen. Letzterer, ähnlich Babic selber ein begnadeter Lyriker, fasste sein kulturpolitisches Programm einmal so zusammen:

„Wenn man mir den Vorwurf machen wollte, daß ich aus dieser Stadt Aberzehntausende [Juden] ins östliche Ghetto abgschoben habe, muß ich antworten: Ich sehe darin einen aktiven Beitrag zur europäischen Kultur“

Nur: wie soll man sich das alles nun in Trier vorstellen. Etwa so: Frank Rennicke inszeniert eine  grosse Oper auf dem Hügelgrab am Petrisberg, und Babic selbst spielt dabei eine Valküre? Das würden wir wirklich gerne sehen.

Nicht vergessen. Am 5ten Juni Demonstration gegen Babic, Nazis und keltisch-germanische Vergangenheit Triers!

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2 Kommentare zu “Die NPD und die Kulturpolitik

  1. Unsere Lieblings-Wahlaussage von Babitsch in dem von ihm selbst geschriebenen Wahlprogramm ist die, wo er fordert, verstärkt Schüler aus den 9ten Klassen zur Grabpflege auf Friedhöfen heranzuziehen.

    Das Minderwertigkeitsgefühl dieser NPDler ist schon beeindruckend in seiner Monströsität und gefährlich/demokratiefeindlich sind ihre daraus abgeleiteten Gedaknkenkonstrukte und Handlungen.

    Dennoch: kaum je ein „weichgespülteres“ NPD-Programm gesehen….Babitsch versucht mit Gewalt, den rechtsextremistischen Hintergrund zu leugnen. Gelingt ihm bloß nicht immer.

  2. Pingback: Proteste gegen NPD im Trierer Stadtrat « Salon Marx

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