Demo gegen das Ausreisezentrum in Trier

Ein „Ausreisezentrum“ – 2002 wurde diese Bezeichnung zurecht zum Unwort des Jahres gewählt – ist  kein Ort, wo man Urlaubsreisen buchen kann, sondern eine repressive Institution, in der Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber, z.B. aufgrund fehlender Papiere nicht offiziell zwangsabgeschoben werden können, durch Schikanen zur „freiwilligen“ Ausreise gebracht werden sollen. 99% der Asylanträge werden in Deutschland letztlich negativ beschieden.

Das Trierer Ausreisezentrum, in das Menschen aus ganz RLP eingewiesen werden, befindet sich in der Dasbachstr. im Gewerbegebiet Trier Nord auf einem ehemaligen Kasernengelände. Ohne ÖPNV kommt man von hier nur mühsam in die Innenstadt, dafür aber fehlt meist das Geld. Menschen die hier leben, werden gezielt von der Mehrheitsgesellschaft separiert. Eine rechtliche Notwendigkeit zu diesem Vorgehen besteht nicht – es läge im Ermessen der sozialdemokratischen Landesregierung, eine humanere Regelung zu gestalten.

Regelmässig kulminiert die Schikane in kollektiven Zwangsvorführungen, bei denen Flüchtlinge offiziellen Vertretern anderer Staaten vorgeführt werden, damit diese die vermutete Staatszugehörigkeit bestätigen, woraufhin vorläufige Papiere für Abschiebungen erstellt werden können. Denkwürdig, dass einerseits deutsche Politiker sich so gerne damit profilieren anlässlich von Olympia für Menschenrechte in China zu plädieren, andererseits aber die Stadt Trier im Internet damit wirbt, dass der von Trier aus „organisierte bundesweite Einsatz von chinesischen Experten zur Identitätsklärung von ausreisepflichtigen ehemaligen chinesischen Asylbewerbern“ so reibungslos funktioniere.

Mehr Informationen finden sich auch in einem Reader der AG-Frieden.

Gegen diese Zustände richtete sich eine gelungene Demonstration am 6.9, die auf Initiative der Gruppe „Passierschein A38″ stattfand. Es nahmen trotz Regen etwa 100 Menschen teil. Bei der Auftaktkundgebung am Bahnhof sprach die Gruppe P-A38, an der Zwischenkundergebung an der Porta VertreterInnen vom Multikulturellen Zentrum und den JuSos Trier, bei der Abschlusskundgebung eine Vertreterin der AG-F.

Hier sind einige Fotos:

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2 Kommentare zu “Demo gegen das Ausreisezentrum in Trier

  1. Pingback: Passierschein A38 bekommt Geld hinterhergeschmissen « Salon Marx

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