Lesetipps

Da die nahende EM aufgrund der Tatsache, dass Englands Rooney nicht dabei ist und Zidane ebensowenig, sowieso kaum besonders unterhaltsam werden wird, sollte man sich stets einen Vorrat bereithalten an Lesestoff, um die langweiligen Halbzeiten zu überbrücken.

Zum aktuellen Thema Fussball und Sport:

Andrei S. Markovits/Lars Rensmann: Querpass. Sport und Politik in Europa und den USA. Eine lesenswerte Sammlung von Essays der aus anderen Debatten wohlbekannten Autoren zum Thema Globalisierung, Fankulturen, Männlichkeitsbildern im Sport u.ä.m.

Rolf-Günther Schulze und Martin Krauß (Hg.): Wer macht den Sport kaputt? – Doping, Kontrolle und Menschenwürde. Ein kleiner Band mit Aufsätzen über die Frage, was eigentlich hinter der Aufregung um Doping steckt und ob es einen richtigen Sport im falschen Ganzen gibt. Mit Beiträgen von Hermann L. Gremliza, Diedrich Diederichsen u.a.m.

Ansonsten:

Die neue Bahamas klärt über die autoritäre Sehnsucht in Michael Endes reaktionärem Kinderbuch MOMO auf, und in der Printausgabe ist auch ein lesenswerter Artikel über die problematische Darstellung zerfallender gesellschaftlicher Rationalität in den aktuell so beliebten skandinavischen Sozio-Krimis.

Der neue Sammelband von Joachim Hirsch , „Der Staat der bürgerlichen Gesellschaft„, sagt nochmal, was es zum Thema Marx und Politik zu sagen gibt. Mit Beiträgen von Helmut Reichelt, Frank Deppe, Bob Jessop u.a.m.

Wer sich für Psychologie interessiert, wird fündig in dem Sammelband „Mit Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse“, den Renate Göllner und Ljiljana Radonic im Ca-Ira-Verlag herausgegeben haben. Anders als der eher fade Band „Kritische Psychologie“ aus der theorie.org Reihe sind hier einige spannende Themen pointiert verhandelt in Beiträgen von Tjark Kunstreich, Gerhard Scheit u.a.m.

Wem dann immer noch langweilig ist, der mag das neue Dossier „Linksextremismus der Bundeszentrale für politische Bildung lesen. Und wenn es ganz ganz schlimm wird – sagen wir, weil im EM-Achtelfinale etwa Holland und Portugal aufeinandertreffen – dann kann man immer noch zu der 2-bändigen Geschichte der Kommunistischen Partei Luxemburgs 1921-1954 greifen, die viele interessante historische Fakten zu berichten weiss – und en passant beweist, dass ein alternder Parteipräsident nicht immer auch einen sprachlich eleganten Schriftsteller abgibt.

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