Islam an der Uni revisited!

Die Turbulenzen um die Islamwoche Trier, die mit dem dem kurzfristigen Verbot durch den Universitätspräsidenten ihren Höhepunkt fanden, hat im beschaulichen Trier für einige Verstörung gesorgt.

Manch einer verwechselte in der Empörung über diese harte Entscheidung das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit mit dem vermeintlichen Recht, für die Verbreitung seiner jeweiligen Weltsicht von der Universität und dem AStA unterstützt zu werden. Angesichts dessen, dass der vorgesehene Referent Pierre Vogel sein Studium in Deutschland abgebrochen hat, da ihm die hiesige Islamwissenschaft zu verwässert und von Gottes Wahrheit getrennt erschien, um anschliessend in Saudi-Arabien zu studieren, einem Land also in dem mit dem Wahabismus die reaktionärstmögliche Variante des Islam gelehrt wird, fragt man sich allerdings warum er unbedingt an der Universität Trier referieren will.

Wie dem auch sei; dass es auch anders geht, und eine unvoreingenommene aber differenzierte Auseinandersetzung mit dem Islam durchaus seinen Platz an einer Hochschule hat, zeigt eine andere Veranstaltung, die am 9ten Juni stattfindet. Auf Einladung des Faches Politikwissenschaft referiert Asma Barlas, gebürtig in Pakistan und heute Dozentin in am Ithaca College, New York, zum Thema „Islam and Feminism„. Frau Barlas bemüht sich seit längerem um eine moderne Auslegung des Koran und „Qur’anic hermeneutics that allows Muslims to argue on behalf of sexual equality and against patriarchy from within an Islamic framework„. 2002 veröffentlichte sie das Buch Believing Women“ in Islam. Unreading Patriarchal Interpretations of the Qur’an.

Solche reflektierte Anerkennung, dass der Islam immer auch an sich schon eine Auslegungssache ist, die in der Welt der Menschen gemacht wird und sich dort bewähren muss, und nicht nur Unterwerfung unter ‚wahre‘ göttliche Gesetze, ist in der Tat der erste Schritt zu einem demokratischen Verständnis von Religion (dass so etwas möglich ist soll hier mal wohlwollend angenommen werden) und genau das, an dem es den neurotisch-narzisstisch anmutenden Referenten der Islam-Woche mangelt.

Man mag den Versuch einer feministischen Koranlektüre für sinnvoll halten oder nicht; spannend ist es allemal, und ob es gelingt, davon kann und sollte sich jeder selbst überzeugen. Am 9ten Juni um 16 Uhr in Raum C01.

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Ein Kommentar zu “Islam an der Uni revisited!

  1. ist ja nett, dass ihr einen feministischen vortrag ankündigt… auch wenn ihr an der geschlechtsgerechten sprache noch ein wenig üben müsst… 🙂

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