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Politisches und Kritisches aus Trier | Homepage des Infoladen Trier

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„Die kollektive Unschuld – Wie der Dresden-Schwindel zum nationalen Opfermythos wurde“

5. Juni 2008 von infoladen

Buchcover Zu einer Lesung mit selbigem Titel läd das Referat für Politische Bildung des AStA der Universität Trier am 12.06.2008.

Ab 18.00 Uhr wird Gunnar Schubert im Raum B22 der Universität sein gleichnamiges Buch vorstellen und den Mythen, die sich um die Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg ranken und sich nicht nur bei Neonazis sondern auch in der Mitte der bundesdeutschen Gesellschaft einer hohen Beliebtheit erfreuen, auf den Grund gehen.

Aus dem offiziellen Ankündigungstext:

Ob bei den Gedenkfeierlichkeiten zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 und zum 800. Stadtjubiläum 2006 oder in den TV-Filmen Guido Knopps – die Lügen über den „deutschen Mythos“ werden unermüdlich gepflegt und weiterverbreitet.

Gunnar Schubert erzählt die deutsche Erfolgsstory des „great Dresden swindle“. Er widerlegt erstmals systematisch die zahlreichen kursierenden Legenden, in denen sich die Deutschen zu Opfern der alliierten „Terrorangriffe“ machen, und stellt sie den Tatsachen gegenüber.

Vor allem aber liefert er Erklärungen dafür, wie dieses letzte große Propagandastück Joseph Goebbels’ sich über 60 Jahre halten konnte und warum es das Geschichtsbild der Deutschen über die Stadtgrenzen hinaus gerade heute wieder so maßgeblich prägt.

Wer zwar Interesse an der Veranstaltung hat, zu besagtem Zeitpunkt aber unpässlich ist, dem seien die Lesungen in Mainz (11.06.) bzw. Saarbrücken (13.06.) nahegelegt

Veröffentlicht in Termine und Ankündigungen | Verschlagwortet mit dresden, dresdenschwindel, erinnerungskultur, kollektive unschuld | 2 Kommentare

2 Antworten

  1. am 5. Juni 2008 um 19:47 tetrapanax

    Nun, binäres Denken, die Einteilung der Welt in Gut und Böse, in Täter und Opfer, in Schwarz und Weiß, wird nichts und niemanden gerecht, weil nichts im Leben, auf der Welt so einfach funktioniert.

    Ein Teil der politisch Linken leugnet, daß Deutsche während der Zeit des Faschismus und des 2. Weltkriegs zum Opfer wurden. Sie sehen die Deutschen in einer Täterrolle, die nicht das Recht haben, über erlittenes Unrecht zu trauern, weil es schließlich Deutsche waren, die letztendlich die Katastrophe auf allen Ebenen ausgelöst haben. Eine solche Ideologie ist zynisch. Zynisch z. B. jenen gegenüber, die in den Bombennächten verschüttet, zerfetzt, verbrannt sind. Und es ist zynisch z. B. jenen Frauen und Mädchen gegenüber, die gegen Kriegsende von einmaschierenden Truppen brutalst vergewaltigt wurden. Die ideologische Herleitung, daß sie keine Opfer seien, weil sie ja zum Volk der Täter gehören, ist menschenverachtend, aber leider öfter zu hören.

    Wer als LinkeR eine solche Haltung vertritt, wird unweigerlich zum Pendant einer rechts-bürgerlichen revisionistischen Verleugnung der in der damaligen Gesellschaft tiefgreifendgreifend verankerten (und bis heute nicht nur in Deutschland weiterwirkenden) faschistischen Ideologie und der daraus resultierenden Gräueltaten. Zusammen bilden sie zwei Seiten einer Münze.

    Es sollte bei einem bestimmten Teil der Linken an der Zeit sein, dies binäre Denken zu überwinden und in der ideologiefreien Anerkennung des ungaublichen Leids nicht nur bei den „offiziellen“ Opfern von Krieg und Faschismus ein bisher sehr vernachlässigtes Stück Menschlichkeit zu beweisen.


  2. am 5. Juni 2008 um 21:52 infoladen

    Es gibt keine „ideologiefreie Anerkennung des Leids“ ausser bei den unmittelbar davon Betroffenen, die das je mit sich und ihrem individuellen Schicksal ausmachen müssen.

    Jenseits dessen ist der Streit um Anerkennung immer ein politischer Diskurs, der in Deutschland und gerade in Dresden sich die Geschichte schön lügt – z. Bsp. völlig übertriebene Opferzahlen, die Behauptung Dresden sei eine militärisch völlig unwichtige Stadt gewesen, der Mythos der Tiefflieger, etc. pp. – um auf diesem Wege deutsche Schuld zu relativieren. Das galt im übrigen auch schon für die DDR, die Dresden für ihren Antiimperialismus instrumentalisiert hat. Der Weltkrieg wird dabei als eine Art äusserliche Naturkatastrophe verharmlost. Denn da wo alle ein wenig schuldig sind, hat ja eigentlich am Ende niemand mehr richtig Schuld. Die Linke hat hier überhaupt nichts irgendjemandem zu beweisen, sondern dem offiziellen Diskurs ein Bein zu stellen.

    Dazu ist aber eigentlich schon längst alles Grundsätzliche gesagt, Siehe z.B.:
    http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=253
    und
    http://phase2.nadir.org/rechts.php?ausgabe=09/2003



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