Der Diskurs steht nicht still, und schon gar nicht in Trier, jener Heimstätte des klugen Gedankens und mannigfaltiger weltgeschichtlicher Ereignisse. Gleich mehrere Veranstaltungen locken Anfang Mai um die Gunst unseres Interesses.
- Zwar ist die 1968er Diskussion schon bereits wieder am abflauen nachdem nun wirklich alle sich zu Wort gemeldet hatten, die mehr oder weniger Sinvolles beizutragen hatten (siehe hier, bei Aly, Kraushaar, Frankreich, der Bahamas sowie dem Sexguru Rainer Langhans). Doch in Trier lädt man erst an diesem 5ten Mai zur Podiumsdiskussion ins Karl-Marx-Haus, mit Zeitzeugen, und - in einem nicht ganz schlüssigen Zusammenhang, der aber wohl irgendwas mit linker Politik und vielleicht auch freier Liebe zu tun hat - kommt vorher auch “Karl Marx vorbei und erzählt von früher”.
- Drei Tage danach, am 8ten Mai, wird im Rahmen des “Kolloquium Zukunft” eine Veranstaltung stattfinden mit dem völlig unsuggestiven Titel “Die Entrechtung der Palästinenser. Ist Frieden möglich?”. Referieren wird Felicia Langer. Frau Langer ist die in Deutschland wohl beliebteste Israelin überhaupt, wohl nicht zuletzt weil sie seit langem gar nicht mehr in Israel sondern im “Deutschland der Friedensbewegung und Lichterketten” (taz) wohnt. Frau Langer setzt sich seit langem ehrenvoll für die Belange der libanesischen Kinder und des entrechteten palästinensischen Volkes ein, prangert die israelische Politik an und preist die Hamas als Partner für den Frieden. Dabei gelingen ihr auch gerne mal total sinnfreie Formulierungen wie:
“Was wollen die Palästinenser - wir haben doch Gaza 2005 geräumt?”, sagt die israelische Propaganda und verschweigt, dass die Armee den Landstrich verlassen und sich selbst überlassen hat
Ob es peinlicher Zufall oder listige Absicht ist, dass der Vortrag ausgerechnet auf den 8ten Mai gelegt wurde, also den Tag der Befreiung Europas vom deutschen Faschismus, und, in diesem Jahr, das 60-jährige Jubiläum der israelischen Unabhängigkeit, sei dahingestellt. Anhören kann man es sich auf jeden Fall um 18 Uhr in der VHS.
Nicht zu vergessen dieses Symposium:
Karl Marx - seine heutige Bedeutung für Europa und die Welt
Samstag, 3. Mai 2008, 11.00 Uhr
Europäische Rechtsakademie (ERA), Ausonius-Auditorium
Metzer Allee 4, Trier
Begrüßung: Klaus JENSEN
Einleitende Worte: Prof. Gerhard Michael AMBROSI
Prof. Samir AMIN
Direktor des Third World Forum, Dakar, Senegal
Prof. CHENG Siwei
Dekan der Management School of GUCAS, Peking, China
Prof. Iring FETSCHER
Johann Wolfgang Goethe University, Frankfurt am Main
Prof. John KING
La Trobe University, Melbourne, Australien
Prof. Wolfgang LEONHARD
Autor von “Die Revolution entläßt ihre Kinder”
Prof. Robert A. MUNDELL
Nobelpreisträger 1999 (Wirtschaftswissenschaften)
Columbia University, New York, USA
Diskussion
(in Englisch und Deutsch mit Simultanübersetzung)