Man mag glauben, dass Karneval eigentlich etwas fortschrittliches ist. Schliesslich werden hier Politiker ins närrische Volksgefängnis gezerrt, wird dem Hedonismus gefröhnt und es mit der öffentlichen Ordnung nicht immer so genau genommen.
Doch ist die Einschätzung, dass kollektiver Enthemmung bei oberflächlicher konformistischer Revolte gegen die Verhältnisse irgendwie was Gutes abzugewinnen sei, schon bei Punkrockkonzerten mehr als fragwürdig, so wird sie im Karneval sicher nicht richtiger.
Aus gegebenem Anlass sei daher hier nochmals auf die lesenswerten „Anmerkungen zum rheinischen Karneval“ verwiesen, die bereits vor einiger Zeit in Prodomo #3 und #4 erschienen sind: Teil 1 und Teil 2.