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Am 30. Januar 2012 findet ab 18.30 Uhr ein Vortrag zum Thema Sexismus in der Linken statt. Veranstaltet vom AStA Referat für Antirassismus und Antifaschismus, dem autonome feministische Frauen- und Lesbenreferat des AStA und dem autonomen Schwulenreferat des AStA. Der Vortrag findet im Raum B12 der Uni statt.

Machogehabe in der Antifa, Homo- und Transphobie, mangelhafter Umgang mit sexualisierter Gewalt in intimen Beziehungen… Trotz gegenteiligem Selbstverständnis werden auch innerhalb der radikalen Linken Sexismen (re-)produziert. Dies hat zugleich immer wieder Einsprüche von feministischen Aktivist_innen provoziert: Von Sozialistinnen, die um die Jahrhundertwende für die Rechte der Arbeiterinnen kämpften, über die Aktivistinnen aus der 68-Bewegung, die mit dem Slogan „das Private ist Politisch“ für Aufruhr unter ihren Kommilitonen sorgten, bis zu queer-feministischen Theoretiker_innen, die seit den 1990er Jahren auch in der Linken mit liebgewonnen Biologismen wie Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität aufräumen.

Der Vortrag nimmt diese Auseinandersetzungen zum Anlass, die Reibungspunkte zwischen Frauen*Lesben*Trans*bewegung(en) und linker Praxis zu beleuchten und dabei einen kleinen Streifzug durch die Geschichte (queer-)feministischer Theorien und Kritiken zu unternehmen.

Am 27. Januar 2012 findet die erste Antifa-Kneipe im neuen Jahr statt. Ab 19 Uhr wird es im Infoladen wird es Zeit und Platz geben sich nach der Winterpause auf den neusten Stand zu bringen, Vergangenes zu diskutieren und Anregungen für ein  – aus antifaschistischer Perspektive – hoffentlich erfolgreiches 2012 auszutauschen. Fürs Essen sorgt diesmal das Kochkollektiv Trier.

Am Donnerstag, den 26ten Januar, findet an der Uni auf Einladung des Lehrstuhls für Politische Theorie und Ideengeschichte um 18 Uhr ein Vortrag mit Antje Gera und Claus Baumann statt.

Unter dem Titel „Ein kategorialer »Kassiber möglicher Befreiung«: Zu Marx’ Begriff der »disponiblen Zeit«“ werden sie darlegen, inwiefern der marxsche Begriff der »disponiblen Zeit« einen Maßstab einer Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse zu bilden vermag und eine Chance aufzeigt, die „schließlich einmal zu ihrem Teil helfen könnte, daß Freizeit in Freiheit umspringt.“

Die beiden Referenten sind am Institut für Philosophie an der Universität Stuttgart tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Dialektik, Kritik der politischen Ökonomie, Gesellschaftstheorie, politische Philosophie und Philosophie der Ästhetik.

Universität Trier, Raum A8, 18 Uhr c.t.


Im Zuge gesellschaftlicher Krisenphänomene ermöglicht ein Aufblitzen pathologischer Konsequenzen der kapitalistischen Produktionsweise in die Sichtbarkeit stets auch eine erneute kritische Bestandaufnahme dessen, was wir von den Grundlagen gesellschaftlicher Produktion wissen können. Es wäre vermessen, hierbei einen Mangel an sozialtheoretischen und sozialphilosophischen Bemühungen zur Erfassung der gegenwärtigen Problemlage zu behaupten. Es ist allerdings keineswegs vermessen, inmitten einer »Hochkonjunktur« der Frage nach der »Aktualität der Marx’schen Theorie«, trotz der sogenannten »Neuen Marx-Lektüre« und der Ausrufung einer nicht ideologisch belasteten, dritten, gar vierten Generation Marx’scher Theoriebildung einen Mangel zu konstatieren – einen Mangel an Reflexion des begrifflichen Maßstabes, der gewissermaßen den Grund bildet für eine kritische Gesellschaftstheorie, einen Grund, auf dem Dogmatismen und Utopismen nicht statthaben können, weil er begrifflich aus der bürgerlich-kapitalistischen Vergesellschaftungsweise selbst gewonnen ist; einen Grund also, der all diejenigen Formen dieser Vergesellschaftungsweise ins Visier zu nehmen ermöglicht, welche die freie Fähigkeits- und Genussentwicklung, mithin die freie Entwicklung der Individualitäten der Menschen einschränken.

Es ist somit keineswegs verwunderlich, dass im neuinszenierten Reigen der Marx’schen Begrifflichkeiten eine Lücke klafft: Es fehlt eine Auseinandersetzung mit den Implikationen des Begriffs »disponible Zeit«. Dabei ist es doch gerade dieser Begriff, der eine tragende Rolle spielt im Hinblick auf Entwicklungs- und Ermöglichungsbedingungen wirklich freier Individuen, denn Marx zufolge schafft die Entwicklung des Kapitals gewissermaßen ein Instrument für die Voraussetzungen der Ausbildung gesellschaftlich frei verfügbarer Zeit – »disponibler Zeit«. Diese Tendenz, die von der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise immer zugleich aufgrund ihres notwendigen Drangs zur Verwertung einkassiert wird, ist jedoch von einer Erweiterung der sogenannten »Freizeit« strikt zu unterscheiden. Die Freizeit ist der Bereich in der die Reproduktion der Arbeitskraft geleistet wird, in der die Konsum- und Freizeitindustrie herrscht und in dem allenfalls Erholung, aber niemals Muße geduldet wird.

Im Zuge einer philosophisch-begrifflichen Rekonstruktion des Verhältniszusammenhangs von »kapitalistischer Formbestimmtheit«, »disponibler Zeit«, »Muße«, »freier und universeller Entwicklung der gesellschaftlichen Individuen« soll verdeutlicht werden, inwiefern der Marx’sche Begriff der »disponiblen Zeit« zum einen den Maßstab einer Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse zu bilden vermag – ein Maßstab, an dem sich der »wirkliche Reichtum« der Gesellschaft zu messen habe; zum anderen eine Chance aufzeigt, die – um eine Formulierung Adornos aufzugreifen – „schließlich einmal zu ihrem Teil helfen könnte, daß Freizeit in Freiheit umspringt.“

Am 12. Januar 2012 veranstaltet die Deutsch-Israelische Gesellschaft Trier einen Vortrag mit Matthias Küntzel. Der Vortrag mit dem Titel „Droht Krieg? Israel, die USA und das iranische Atomprogramm“ beginnt um 20 Uhr in der VHS Trier (Domfreihof 1b, Raum 005).

Der Konflikt am Persischen Golf um das iranische Atomprogramm spitzt sich gefährlich zu. Kommt es zu einer militärischen Intervention? Teheran droht vor dem Hintergrund der Sanktionen des Westens mit einer Blockade der Straße von Hormus. Die Meerenge ist eine der strategisch wichtigsten Handelswege. Die USA reagierten bereits und sandten Flugzeugträger in die Region. Israel denkt schon seit längerem über einen Präventivschlag gegen Irans Nuklear-Anlagen nach, denn Teheran drohte dem jüdischen Staat mehrfach unverhohlen mit der Vernichtung.

Matthias Küntzel, geb. 1955, ist Politikwissenschaftler und Publizist. Seit 2001 recherchiert und publiziert er vor allem über Antisemitismus, Nationalsozialismus, über Islamismus, den Iran sowie die deutsche und europäische Nahost- und Iranpolitik.

2009 nahm er als einziger deutscher Experte an der vom britischen Außenministerium veranstalteten London Conference on Combating Antisemitism teil. Im selben Jahr erschien im Berliner wjs-Verlag sein Buch „Die Deutschen und der Iran. Geschichte und Gegenwart einer verhängnisvollen Freundschaft“. 2011 ehrte die amerikanische Anti-Defamation League (ADL) sein Engagement gegen den Antisemitismus mit dem Paul Ehrlich – Günther Schwerin Menschenrechtspreis.

Die Antifa Saar hat auf ihren Seiten Rechercheergebnisse zur saarländischen Neonaziorganisation „Sturmdivision Saar“ veröffentlicht:

Auf Nazidemonstrationen im gesamten Bundesgebiet erkennt man sie an T-Shirts mit der Aufschrift „Sturmdivision Saar“ und einer stilisierten Triskele. Ihren Schwerpunkt haben sie im saarländischen Dillingen. Versucht diese „Sturmdivision Saar“ das klägliche Scheitern der mittlerweile aufgelösten „Kameradschaft Saarsturm“ zu kompensieren oder handelt es sich um einen gänzlich neuen neonazistischen Organisationsversuch an der Saar? Mit der Recherche-Info über die „Sturmdivision Saar“ soll diese neonazistische Kameradschaft und ihre Protagonisten näher beleuchtet werden.

Das vollständige Flugblatt findet man hier.

Am 17. Dezember 2012 2011 findet ab 12 Uhr in Trier eine „Kundgebung gegen rechte Gewalt, Verfassungsschutz und Extremismustheorie“ auf dem Porta Nigra Vorplatz statt. Hierzu rufen mehrere Trierer Gruppen auf, u.a. auch der Infoladen. Im folgenden dokumentieren den Aufruf zur Kundgebung:

Die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ beging laut offiziellen Angaben in den letzten zehn Jahren mehrere Morde in der gesamten Bundesrepublik. Unter den Opfern befanden sich neun Migrant_innen und eine deutsche Polizistin. Die Morde reihen sich ein in eine Liste von über 180 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung 1990. Diese erschreckend hohe Zahl verdeutlicht, dass es in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder zu Morden mit menschenverachtendem Hintergrund kommt. Dass der NSU zur Zeit eine solche mediale Aufmerksamkeit erfährt, ist in Anbetracht der zahlreichen Opfer leider nur die Ausnahme. In den meisten Fällen bleiben die Opfer rechter Gewalt alleine, die Taten werden in der Öffentlichkeit meistens als unpolitische Auseinandersetzungen dargestellt oder die Schuld wird bei den Opfern selbst gesucht. Auch bei den NSU-Morden findet sich diese Form der Schuldzuweisung in den anfänglichen Ermittlungen wieder. So wurden einige Taten in Zusammenhang mit Verbrechen der Mafia gebracht, die angeblich Wettschulden zu begleichen hatte. Der rassistische Hintergrund der Morde wurde somit lange Zeit nicht in Betracht gezogen, obwohl es Hinweise auf die Täter_innen gab.

Am Beispiel des NSU, dessen Umfeld jahrelang unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand, zeigt sich, dass dieser in seiner Aufgabe als Inlandsgeheimdienst nicht in der Lage ist, präventive Arbeit in effizienter Form gegen Neonazismus und Rassismus zu leisten. Im Gegenteil, er leistete durch den Einsatz von V-Leuten sogar einen Beitrag zur Radikalisierung und Festigung neonazistischer Strukturen wie dem NSU. Neben diesen Tatsachen sollte beachtet werden, dass der Einsatz von (Inlands-)Geheimdiensten in demokratischen Gesellschaften grundsätzlich in Frage gestellt werden muss. Aufgrund ineffizienter Arbeit und fehlender Legitimation muss die Institution des Verfassungsschutzes generell auf den Prüfstand gestellt werden.

Zivilgesellschaftliche Organisationen, die seit Jahren erfolgreiche Arbeit gegen Diskriminierung jeglicher Art leisten, stellen hierbei eine gesellschaftliche Alternative gegenüber staatlichen Institutionen dar. Statt diese zivilgesellschaftliche Initiativen und Einrichtungen durch staatliche Gelder in ausreichendem Maße zu unterstützen, werden solche häufig kriminalisiert und in ihrer Arbeit nicht ernstgenommen. Als Grundlage dient hier in vielen Fällen die Extremismustheorie.

Diese zeichnet sich aus durch eine strukturelle Gleichsetzung von linken und faschistischen Gruppierungen und führt somit zu einer Stigmatisierung notwendiger antifaschistischer Arbeit. Besonders in der Extremismusklausel von Ministerin Schröder wurde diese falsche Ideologie in der Praxis umgesetzt. Die Extremismusklausel muss zurückgenommen werden.

Wir fordern die Stärkung emanzipatorischer Projekte und Initiativen und sprechen uns gegen Politik auf Basis von Extremismustheorie und Verfassungsschutz aus!

Wir rufen alle Menschen auf, am 17.12. um 12 Uhr ihre Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen auszudrücken und ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen. Der genaue Ort wird in Kürze bekannt gegeben!

Am Freitag den 25. November 2011 findet ab 18.30 Uhr die nächste Antifa-Kneipe im Infoladen statt. Dieses mal wird es einen Mobi-Vortrag zur bundesweiten Demonstration gegen die Innenministerkonferenz (IMK) am 03. Dezember in Wiesbaden geben. Gehalten wird dieser vom Bündnis “Gegen die IMK und ihre Freund_innen”. Weitere Infos zur IMK und den Gegenprotesten findet ihr auf imkwiesbaden.blogsport.de. Außerdem wird es eine VoKü mit leckerem veganem Essen geben.

Am 17. Oktober 2011 findet um 20 Uhr das erste Treffen des Karl-Marx-Lesekreises im Infoladen Trier statt. Gelesen werden soll in Zukunft Horkheimers/Adornos „Dialektik der Aufklärung“. Das erste Treffen soll dabei vornehmlich der Organisation der zukünftigen Treffen dienen und steht allen Interessierten offen.

Am 14. Oktober 2011 findet im Infoladen der Vortrag „Hoyerswerda – schon vergessen?“ statt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und wird veranstaltet von der Autonomen Antifa Trier in Zusammenarbeit mit dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus des AStA der Uni Trier im Rahmen der monatlichen Antifa Kneipe. Die Veranstaltung widmet sich dem den rassistischen Übergriffen in der sächsischen Stadt Hoyerswerda im Jahr 1991 und will der offiziellen Einheitsfeierei etwas entgegensetzen und Opfern rechter Gewalt und dem Widerstand dagegen eine Stimme geben.

Im September 1991 fand in Deutschland das erste rassistische Pogrom nach 1945 statt. Tagelang terrorisierte ein Mob aus Neonazis und Bürger_innen Flüchtlinge und Vertragsarbeiter_innen. Menschen wurden schwer verletzt und durch die Straßen gehetzt, weil sie nicht in das Weltbild der Angreifenden passten. Dies führte schließlich zu einer „ausländerfreien“ Stadt. Diese Ausschreitungen in Hoyerswerda waren der Auftakt einer ganzen Welle von rassistisch motivierten Überfällen auf Unterkünfte von asylsuchenden Menschen und Vertragsarbeiter_innen. Sowie in Saarlouis, Mannheim oder Rostock Lichtenhagen…
Der Vortrag will die Hintergründe der Taten beleuchten:
„Es geht vor allem um die Vorbereitungen in Hoyerswerda von Bürger_innen und Neonazis vor dem Pogrom und die rassistische Kampagne von CDU/CSU, um ihr Ziel der faktischen Abschaffung des Rechts auf Asyl durchzusetzen. Außerdem geht es um die nationalistische Stimmung in der Bevölkerung , verursacht durch die Wiedervereinigung, sowie die Rolle von Massenmedien, die mit dazu beitrugen, die Schuldigen für die wirtschaftlichen und sozialen Probleme bei Armen und Rechtlosen zu suchen.“

Am 24. September ruft die Antifa Saar zu einer Demonstration in Gedenken an den 20. Todestag des Flüchtlings Samuel Yeboah auf. Yeboah war am 19. September 1991 bei einem rassistischen Brandanschlag ermordet worden. Die Demo starte um 14 Uhr in der Französische Straße (Pavillon) in Saarlouis.

Aus dem Aufruf:

Aufruf zur Demonstration:
Am 19. September 1991 fiel Samuel Kofi Yeboah in Saarlouis einem rassistischen Brandanschlag zum Opfer. Er ist eines der ersten Opfer rassistischer Gewalt in Westdeutschland nach der Wiedervereinigung. Anlässlich seines nahenden 20. Todestags wollen wir mit einer Aktionsreihe an Samuel Yeboah, dessen Mörder_innen nie gefasst wurden, würdig erinnern und den rassistischen Alltag in der Bundesrepublik und Europa thematisieren.
Wir knüpfen hiermit an Aktivitäten anlässlich des 5., 10. und 15. Todestags an. Am 10. Todestag hielten mehrere antirassistische Gruppen eine Gedenkveranstaltung ab, in deren Verlauf am Rathaus in Saarlouis eine schwere Steinplatte zum Gedenken an Yeboah angebracht wurde. Die Stadt fühlte sich durch das Gedenken offenbar gestört und prozessierte sowohl auf straf- als auch auf zivilrechtlichem Weg gegen die Anbringung der Gedenktafel und bekam vor Gericht Schadensersatz zugesprochen.
Am 15. Todestag setzte sich der „Runde Tisch für ein öffentliches Gedenken an Samuel Yeboah“ für die Umbenennung der umstrittenen Lettow-Vorbeck-Straße in Saarlouis in Samuel-Yeboah-Straße ein und versuchte, eine „würdige Form des öffentlichen Gedenkens“, wie in Mölln und Solingen zu etablieren.
Wir wollen mit unserer Aktionsreihe an diese Formen des Gedenkens anknüpfen. Im Rahmen unserer Aktionsreihe rufen wir am 24. September 2011 zu einer Demonstration auf, in Erinnerung an Samuel Yeboah und für einen progressiven Antirassismus, der nicht nur den Rassismus in der Gesellschaft, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisiert, die ihn reproduzieren [...]

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